Nach den Parlamentswahlen: Weltbank drückt Wachstumsprognosen der Türkei

Die türkischen Parlamentswahlen am 7. Juni haben die Weltbank vorsichtig gestimmt. Zwar wolle man die Wachstumsprognose von drei Prozent für das Jahr 2015 beibehalten. Für die beiden darauffolgenden Jahre sollen die Aussichten 3,5 Prozent aber schmaler ausfallen, als bislang angenommen. Grund sei der nun unsichere politische Ausblick.

Die Weltbank richtet den Blick gespannt gen Ankara. (Foto: Flickr/ Ankara by Jorge Franganillo CC BY 2.0)

Die Weltbank richtet den Blick gespannt gen Ankara. (Foto: Flickr/ Ankara by Jorge Franganillo CC BY 2.0)

Die Weltbank stellte ihre Aussichten für die Türkei am 1. Juli in einer kurzen Notiz vor. Darin wurde bestätigt, dass die Wachstumsprognose für 2015 auch weiterhin bei drei Prozent liegen und das Leistungsbilanzdefizit auf 4,6 Prozent des BIP fallen würde. Die  Wachstumsprognose für 2016 und 2017 wurde jedoch unter Berufung auf die unsicheren politischen Aussichten nach dem 7. Juni auf 3,5 Prozent beschnitten. Die Weltbank rechnet mit weiterem Druck auf den Wechselkurs. Die 12-Monats-Inflation dürfte bis Dezember 2015 auf sieben Prozent zurückgehen.

Die Prognose für 2016 und 2017 wurde vor dem Hintergrund unsicherer innenpolitischer Aussichten und einer schrittweisen Verschärfung des globalen Finanzumfelds von 3,9 und 3,7 Prozent für beide Jahre jeweils auf 3,5 Prozent herabgestuft“, zitiert die türkische Nachrichtenagentur Anadolu aus dem Report.

Kurz und mittelfristig sei das Wiederherstellen von Vertrauen der Anleger der Schlüssel zu Wachstum, so auch die türkische Zeitung Hürriyet. Es bestehe ein dringender Bedarf an einer stabilen, inclusiven Regierung. Nach Ansicht der Bank sei eine Neuimplementierung der bisherigen Strukturreform nötig, um das Vertrauen der Anleger wiederherzustellen.

Der Weltbank zufolge hätten sich im Nachklang der Parlamentswahlen die kurz- und  kurzfristigen Finanzzuflüsse deutlich verlangsamt. Die langfristigen Zuflüsse seien jedoch stark geblieben. Das Wachstum sei im ersten Quartal des Jahres dank der öffentlichen Ausgaben und niedrigeren Importe robust geblieben. Ebenso habe sich die Schaffung von Arbeitsplätzen im ersten Quartal erholt, angetrieben durch Dienstleistungen und Industrie. Dieses stärker als erwartete Wachstum im ersten Quartal würde das derzeit unsichere politische Umfeld des Landes ausgleichen.

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