Zur Nachrüstung: Erdbebenschutz für den Bestand

Ein Team der Universität Brighton arbeitet an einer kleinen Box, die Im Falle eines Erdbebens Leben retten kann. Dabei handelt es sich nicht um eine Technologie, wie sie bei Neubauten verwendet wird. Vielmehr geht es darum, in armen Gebieten nachzurüsten und die schon existierenden Häuser zu schützen.

Gerade in Regionen wie Nepal oder Haiti könnte mit der ViBa der Erdbebenschutz nachgebessert werden. (Foto: Flickr/Earthquake Response by the U.S. Navy by Fox News Insider CC BY 2.0)

Gerade in Regionen wie Nepal oder Haiti könnte mit der ViBa der Erdbebenschutz nachgebessert werden. (Foto: Flickr/Earthquake Response by the U.S. Navy by Fox News Insider CC BY 2.0)

Moderne Hochhäuser verfügen heutzutage über teure, moderne Systeme, die sie bei Erdbeben vor dem Einsturz etc. schützen sollen. Ein Schutz für Häuser, die aber bereits gebaut sind, gibt es noch nicht wirklich. Vor allem nicht zu einem Preis, der auch in ärmeren Regionen eine Nachrüstung erlauben würde. Gerade in Nepal oder auch in anderen erdbebengefährdeten Regionen könnte dies die Schäden begrenzen und gleichzeitig Leben retten.

Wissenschaftler der School of Environment and Technology der Universität Brighton arbeiten gerade an einer solchen Technologie, dem Vibration Barrier (ViBa). Das Gerät wird in die Erde gesetzt und kann dort den größten Teil der Vibration, die durch seismische Aktivitäten entsteht, absorbieren. Mehrere Häuser können so gleichzeitig geschützt werden. Den Wissenschaftlern zufolge können durch die Vibration Barrier zwischen 40 und 80 Prozent der Erdbebenenergie eliminiert werden.

Im Erdboden eingesetzt, kann die Box mehrere Gebäude in der Umgebung vor seismischen Schwingungen schützen. (Grafik: P. Cacciola, A. Tombari, Universität Brighton, The Royal Society).

Eine Kombination aus mehreren ViBas soll entsprechend in der Lage sein, auch Atomkraftwerke vor Schäden jeglicher Art zu beschützen. Zusätzlich dazu können aber auch grundlegend Gebäude vor Vibrationen geschützt werden. Im Fall des eingestürzten Stadtarchivs von Köln hätte eine ViBa die Schwingungen des U-Bahnbaus vom Gebäude fernhalten können.

Der Vorteil an der Box: Mit ihr ist man in der Lage ganz Städte nachzurüsten. Denn der Fokus liegt nicht auf den Schutz eines einzelnen Hauses. Vielmehr ermöglicht die Lage im Erdboden, dass mehrere Gebäudekomplexe gleichzeitig davon profitieren. Je nach Tiefe der Gebäude-Fundamente ist auch die Box im Erdboden zu vergraben.

In der Box selbst befindet sich eine Masse, die von einzelnen Sprungfedern in ihrer Position gehalten wird. Im Falle einer seismischen Aktivität wird die Masse in der Box ins Schwingen versetzt und fängt so den Großteil der Schockwellen ab. Allein über die Erde erfolgt die Koppelung der Gebäude mit der Box.

Um jedoch, wie angeben, den Großteil solcher Schwingungen von den Gebäuden fernhalten zu können, muss die ViBa selbst eine gewisse Größe aufweisen. Den Wissenschaftlern zufolge  sollte sie rund die Hälfte der Masse der Gebäude besitzen, die sie schützen soll. Das treibt die Kosten für die Box in die Höhe. Dadurch, dass die Box aber mehrere Gebäude gleichzeitig schützt, werden nicht so viele davon benötigt.

Einziges Manko bisher: Die ViBas sind noch nicht als reales Modell vorhanden. Bisher gibt es nur entsprechende Computermodelle.

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