Tunesischer Islamisten-Chef: Moschee-Schließungen reichen nicht

Im Kampf Tunesiens gegen den Terrorismus nach dem Anschlag von Sousse sieht der Führer der islamistischen Partei die angekündigte Schließung von Moscheen nicht als alleiniges Mittel. Die Rekrutierungen geschähen größtenteils im Internet, nicht in Moscheen. Die Sicherheitsmaßnahmen allein könnten den Terror nicht stoppen.

Tunesien will als Konsequenz aus dem Angriff den Kampf gegen den Terrorismus verschärfen und bis zu 80 Moscheen schließen. (Foto: Flickr/ Okba mosque by night by Ben Abdallah Abdel Karim CC BY 2.0)

Tunesien will als Konsequenz aus dem Angriff den Kampf gegen den Terrorismus verschärfen und bis zu 80 Moscheen schließen. (Foto: Flickr/ Okba mosque by night by Ben Abdallah Abdel Karim CC BY 2.0)

«90 Prozent der Rekrutierungen Jugendlicher geschehen im Internet, nicht in Moscheen», sagte der Chef der tunesischen Ennahda-Partei, Rachid Ghannouchi, der Deutschen Presse-Agentur. Die Sicherheitsmaßnahmen alleine könnten den Terrorismus nicht stoppen.

Tunesien will als Konsequenz aus dem Angriff den Kampf gegen den Terrorismus verschärfen und bis zu 80 Moscheen schließen. Die islamistisch-moderate Ennahda-Partei stellt einen Minister in der tunesischen Regierung.

Ein 24 Jahre alter Student hatte vor einer Woche am Badestrand im tunesischen Sousse auf Touristen geschossen und 38 Urlauber getötet, bevor er selbst erschossen wurde. Der Attentäter soll nach Angaben des Innenministeriums in einem libyschen Terrorlager gewesen sein.

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