Global Peace Index 2015: Globale Gewalt kostet mehr als 14 Billionen US-Dollar

Die weltweiten Kosten, die durch Gewalt entstanden sind, haben 2014 ein Rekordniveau erreicht. Ganze 14,3 Billionen US-Dollar wurden aufgebracht. Das entspricht den kombinierten Volkswirtschaften von Brasilien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Spanien und Großbritannien.

Syrien landet 2015 im Ranking von 162 Staaten auf dem letzten Platz (Graphik: Global Peace Index 2015)

Syrien landet 2015 im Ranking von 162 Staaten auf dem letzten Platz (Graphik: Global Peace Index 2015)

Wie das in Australien ansässige Institute for Economics and Peace (IEP) in seinem Global Peace Index 2015 herausgefunden hat, habe sich die Kluft zwischen den gewaltreichsten und friedlichsten Ländern der Welt weiter vertieft. Vor allem Länder im Nahen Osten und in Afrika würden immer tiefer in der Gewaltspirale versinken.

Im aktuellen Report ist Syrien das am wenigsten friedliche Land. Libyen verzeichne schwerste Beeinträchtigung. In Island bliebe es dagegen am ruhigsten, so das türkische Nachrichtenportal Worldbulletin.

Die Kosten der Gewalt wurden weitgehend mit der Zunahme von Todesfällen in Konflikten assoziiert, den anhaltenden wirtschaftlichen Folgen der Konflikte in den Ländern, in denen sie auftreten, und den erhöhten Kosten, die mit den Vertriebenen verbunden sind“, so IEP-Gründer Steve Killelea in einem Interview mit der Thomson Reuters Foundation London.

Allein die Kosten für die Unterstützung von Flüchtlingen und Binnenvertriebenen seien seit dem Jahr 2008 um 267 Prozent gestiegen und beliefen sich mittlerweile auf 128 Milliarden US-Dollar. Die Zahl der entwurzelten Bevölkerungsgruppen habe bereits die 50 Millionen-Marke überschritten. Das sei der höchste Stand seit dem Zweiten Weltkrieg.

Den größten Einfluss auf die aktuelle Kostenbilanz hätten jedoch die steigenden Ausgaben für das Militär und die Polizei sowie die Aufwendungen, die durch Tötungsdelikte entstünden. Sie schlagen in der Gesamtbilanz mit mehr als 68 Prozent zu Buche, so das Blatt weiter.

Trotz des anhaltenden Ukraine-Konflikts befände sich Europa auf einem historischen Niveau des Friedens. Geschuldet sei das der Abnahme der Mordraten und dem Rückzug der Truppen aus dem Irak und Afghanistan. Im 162 Staaten umfassenden Index hätten es der Irak, Syrien, Nigeria, der Süd-Sudan und die Zentralafrikanische Republik mit einer verschärften Situaion als noch im Jahr zuvor zu tun.

Die Intensität des Konflikts habe sich der Studie zufolge verstärkt. So sei die Zahl der Todesopfer im Jahr 2014 auf 180.000 gestiegen. Zum Vergleich: Im Jahr 2010 waren es 49.000. Der Mittlere Osten und Nordafrika seien die weltweit heftigsten Regionen. Sie überholen in diesem Jahr Südasien, die schlimmste in der Studie des Jahres 2013. „Mit dem Wandel der Dynamik innerhalb der Region ist es sehr schwer zu wissen, welche  Lösungen und Prognosen es für das nächste Jahr gibt“, so Killelea.

Die Studie zeigt aber auch positive Entwicklungen. Demnach haben Guinea-Bissau, die Elfenbeinküste, Ägypten und Benin die größten Verbesserungen hinsichtlich des Friedens geschafft.

Hier geht es zum gesamten Report.

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