Bundesanwaltschaft fordert lange Haftstrafe für Münchner Islamisten

Eine Haftstrafe von 13 Jahren und 6 Monaten hat die Bundesanwaltschaft für den Angeklagten im Münchner Islamisten-Prozess gefordert. Beim Sturm auf das Zentralgefängnis von Aleppo in Syrien habe er sich des gemeinschaftlichen Mordes in sieben Fällen, des versuchten Mordes und der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung schuldig gemacht, sagte Bundesanwalt Bernd Steudl in seinem Plädoyer vor dem Oberlandesgericht München.

Als strafmildernd wertete der Anklagevertreter die umfassende Aussage von Harun P. In der islamistischen Szene werde er als Verräter bezeichnet, weil er auch in anderen Prozessen in Düsseldorf und Berlin Vorwürfe gegen mutmaßliche Terroristen erhob.

Der Sohn afghanischer Einwanderer hatte gestanden, sich im Oktober 2013 einer terroristischen Vereinigung angeschlossen zu haben, um in den Dschihad zu ziehen, so die dpa. Am Montag gab sich der Angeklagte reumütig und geläutert und distanzierte sich vom radikalen Islamismus. «Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich den Seelenschmerz wiedergutmachen soll, den ich einigen angetan habe», sagte er.

Er schäme sich für das, was er getan habe, sagte er und sprach von einer «dreckigen Ideologie». Er wolle vor «diesem Abschaum» warnen. Die Ideologie der Salafisten gleiche einer «Gehirnwäsche». «Sollten die sich weiterhin Muslime nennen, muss ich sagen: Ich schäme mich, Muslim zu sein.» Das Urteil soll voraussichtlich am 15. Juli verkündet werden.

Mehr zum Thema:

Salafisten in der Schule: So können Lehrer ihre Schüler schützen
CDU und FDP: Regierung hat bei Salafismus-Bekämpfung versagt
Friedrich: „Größte Gefahr ist Terrorismus, der in Deutschland selbst entsteht“

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.