Kampf gegen den Tabak-Konsum: Türkei schafft es weltweit unter die Top 7

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stellt der Türkei bei der Bekämpfung des Zigarettenkonsums ein äußerst positives Zeugnis aus. Demnach gehöre das Land zu den Top sieben Nationen weltweit, die sich der Sucht effektiv per Gesetz entgegen stellen. Dabei allein belässt es die Türkei allerdings nicht. Sie bietet den Süchtigen auch gezielte Hilfen an.

Die Türkei gehört zu den Top-Nationen, wenn es um den Kampf gegen den Tabakkonsum geht. (Foto: Flickr/ Smoking by Pedro Ribeiro Simões CC BY 2.0)

Die Türkei gehört zu den Top-Nationen, wenn es um den Kampf gegen den Tabakkonsum geht. (Foto: Flickr/ Smoking by Pedro Ribeiro Simões CC BY 2.0)

85 Milliarden US-Dollar gaben die Türken in den vergangenen zehn Jahren für Tabakwaren aus – und es soll noch deutlich weniger werden. Nach jüngsten Angaben der WHO mischt die Türkei ganz oben mit, wenn es darum geht, der Sucht über diverse Wege Einhalt zu gebieten. Strikte Rauchverbote würden unter anderem kombiniert mit der Ausgabe von Bupropion und Vareniclin HCI, zwei Medikamente, die als Entwöhnungshilfen und Nikotinersatz verwendet werden.

Bereits in den vergangenen Jahren hat sich Präsident Recep Tayyip Erdoğan immer wieder als entschiedener Gegner von Rauchen und Alkoholkonsum hervorgetan und die Bürger immer wieder auf die Gefahren des Rauchens hingewiesen. In der Öffentlichkeit forderte er ein ums andere Mal dazu auf, die eigenen Gewohnheit dahin gehend zu überdenken. Doch was von der einen Seite als Einmischung ins Privatleben empfunden wird, hat offenbar auch ein Stück weit Erfolg (mehr hier).

Der aktuelle WHO-Bericht „Global Tobacco Epidemic“ ist nun bereits der fünfte Bericht zum Thema. Der Bericht betont, dass es nach wie vor der wirksamste und wirtschaftlichste Weg sei, den Tabakkonsum zu reduzieren, indem man die Steuern auf Tabakprodukte entsprechend erhöhe. Nach wie vor würden sich jedoch viele Nationen gar nicht um dieses Problem kümmern. Insgesamt habe sich die Lage jedoch im Vergleich zu 2013 etwas verbessert.

Die Zahl der Menschen, die mindestens eine der sechs MPOWER-Maßnahmen auf höchstem Niveau umgesetzt hätten, habe sich von 2,3 Milliarden auf 2,8 Milliarden erhöht. Die im Jahr 2008 in New York entwickelten Maßnahmen sehen vor, dass die Staaten folgendes umsetzen müssen:

– Überwachung des Tabakkonsums und Präventionsmaßnahmen
– Sie müssen die Menschen vor Tabakrauch schützen
– Hilfe anbieten, um den Tabakkonsum zu beenden
– Vor den Gefahren des Tabaks warnen
– Durchsetzung der Verbote der Tabakwerbung, Verkaufsförderung und Sponsoring
– Steuern auf Tabak erheben

Länder, wie Brasilien, der Iran, Madagaskar, Neuseeland, Panama, Uruguay und die Türkei hätten sich zumindest einem der sechs Sätze der vereinbarten Tabakkontrollpolitik auf höchstem Niveau verschrieben.

Der Bericht stellte außerdem fest, dass sich in den vergangenen zehn Jahren die Zigarettenpreise insgesamt verdreifacht und die Steuern deutlich angezogen hätten; die Steuersätze im Einzelhandelspreis seien zwischen 2005 und 2011 von 58 auf 65 Prozent geklettert; Prävalenz des Rauchens sank in den JAhren 2008 bis 2012 von 31,2 auf 27,1 Prozent und der Tabakverkauf stagnierte um 12 Prozent.

Die WHO gab jedoch auch an, dass nach wie vor alle sechs Sekunden eine Person wegen Tabakkonsums sterbe. Etwa sechs Millionen Menschen verlören jedes Jahr an tabakbedingten Krankheiten ihr Leben. Die Organisation fürchtet, dass diese Zahlen in Zukunft wahrscheinlich zunehmen. Die Gesundheitsorganisation warnte davor, dass 2030 bis zu acht Millionen Menschen an ihrer Sucht versterben könnten.

Hier geht es zum gesamten Bericht.

Mehr zum Thema:

Erdoğan will den Türken das Rauchen verbieten
Gesundheitsministerium: Rauchen ist die häufigste Ursache für Krebs in der Türkei
Anti-Raucher-Kampagnen zeigen Wirkung: Zahl der Raucher in der Türkei sinkt auf 27 Prozent

 

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.