Erdoğan: Gegen China wird eine Propaganda-Kampagne geführt

Der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdoğan hat am Donnerstag gesagt, dass die Vorwürfe gegen China, die derzeit in den türkischen Medien kursieren, weitgehend Teil einer Propaganda-Kampagne seien. Das Verhältnis zwischen China und der Türkei soll gestört werden. Peking und Ankara stehen vor Abschluss eines milliardenschweren Waffen-Deals. Die westlichen Rüstungskonzerne wollen diesen Deal verhindern.

Die Nato will einen geplanten Waffen-Deal zwischen der Türkei und China verhindern. (Screenshot)

Die Nato will einen geplanten Waffen-Deal zwischen der Türkei und China verhindern. (Screenshot)

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan hat am Donnerstagabend kurz vor seinem Staatsbesuch in China alle ausländischen Botschafter zu einem Iftar-Essen eingeladen. Das Iftar-Essen fand im neuen Präsidentenpalast statt, berichtet die Nachrichtenagentur Anadolu.

Dort machte er deutlich, dass die Türkei und China nicht verfeindet seien und auch künftig nicht verfeindet sein werden. Die aktuellen Nachrichten, die in den türkischen und internationalen Medien kursieren, wonach der türkischen Minderheit in China (die Uiguren) das Fasten verboten werde und diese zum Trinken von Alkohol gezwungen werden, sei Teil einer großangelegten anti-chinesischen Propaganda-Kampagne. Die Angriffe auf chinesisch aussehende Menschen in Istanbul seien Teil dieser Provokation. „Die Ost-Asiaten sind unsere Freunde. Diese Verhaltensweisen passen nicht zu uns. Ich warne eindringlich vor Provokationen, die das Verhältnis zwischen Türken und Chinesen stören sollen“, so der Präsident.

Besonders auffällig ist: Wann immer China und die Türkei kurz vor einem großen Deal stehen, welcher zur Intensivierung der bilateralen Beziehungen voranbringen soll, kommt es entweder in Ost-Turkestan – Uigurisches Autonomes Gebiet Xinjiang in China – zu Zusammenstößen zwischen Uiguren und Sicherheitskräften oder türkische Rechtsnationalisten greifen in der Türkei Chinesen an. Die Folge: Die geplanten Deals platzen, weil eszu Verstimmungen zwischen Peking und Ankara kommt.

Derzeit steht die Türkei davor, einen vier Milliarden U-Dollar schweren Rüstungsauftrag an China zum Abschluss zu bringen. Dabei geht es um die T-LORAMIDS-Ausschreibung (Turkish Long Range Air and Missile Defense System). Der chinesische Rüstungskonzern CPMIEC „China National Precision Machinery Import and Export Corporation“ soll den türkischen Luftraum mit HQ-9 Luftabwehrraketen ausstatten.

NATO-Diplomaten reagierten schon zuvor mit Unverständnis und hielten Ankaras Vorstoß für einen Bluff. „Sollte dieser Deal wirklich stattfinden, wären wir einfach sprachlos“, so ein Diplomat.

Die westlichen Rüstungskonzerne Raytheon, Lockheed Martin und Eurosam sind gegen diesen Deal.

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