Panik vor Prostitution: Junge Türkin bereut Mord an Ex-Ehemann nicht

Ein junge Türkin soll am vergangenen Mittwoch ihren Ex-Ehemann erschossen haben. Reue zeigt die Frau vor der Polizei allerdings nicht. Der 33-Jährige wollte sie offenbar zur Prostitution zwingen. Sie habe es daher für ihre Ehre getan.

Am 8. Juli fand die Polizei die Leiche des Mannes in der gemeinsamen Wohnung des zerstrittenen Paares. Sechs Mal wurde auf ihn geschossen. Für die Beamten war die Hauptverdächtige schnell ausgemacht. Die 28-jährige Cilem D. soll ihren 33-jährigen Ex-Ehemann Hasan K. in der Nachbarschaft Yeşilyurt in Adana erschossen haben.

Das Paar sei bereits geschieden gewesen. Lediglich wegen der gemeinsamen Tochter habe man noch unter einem Dach gelegt, berichtet die türkische Zeitung Hürriyet. Im Haus ihres Vaters in Adana hätten die Beamten Cilem D. schließlich festgenommen. Der Mord soll sie darauf hin schnell gestanden haben. Offenbar war auch der einstige Gatte bereits Polizei bekannt. Die junge Frau hatte sich in der Vergangenheit an die Beamten gewandt, weil sie geschlagen worden sein soll.

„Am Morgen des Vorfalls kam er nach Hause. Er schlief für eine kurze Weile und befahl mir dann zu packen. Ich fragte warum. Er sagte mir, wir würden nach Antalya fahren, wo ich mich prostituieren sollte“, so die junge Frau zur Polizei. Als sie sich geweigert habe, hätte er sie geschlagen. Er habe sie aufs Bett geworfen, da sei ihr die Pistole unter dem Kopfkissen in den Sinn gekommen. Diese habe sie ergriffen und mehrfach auf ihn geschossen. Dann habe sie ihre Tochter genommen und das Haus verlassen.

Bilder, die in den türkischen Medien veröffentlicht wurden, zeigen am Tag nach der Tat eine junge Frau, die sich offenbar befreit fühlt. Obschon mit Handschellen gefesselt und von zwei Beamtinnen begleitet, zeigt sie ihre beiden Daumen nach oben.

Die 28-Jährige hat ihr Schicksal selbst in die Hand genommen – wenn auch mit einem furchtbaren Ausgang. Mehr als 100 Frauen ist das seit Beginn dieses Jahres nicht gelungen. Sie wurden von Männern getötet – in den meisten Fällen von Verwandten.

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