Gegen Russland: ARD-Korrespondentin attackiert kritische Journalisten

Die ARD-Korrespondentin Golineh Atai wurde für ihre Ukraine-Berichterstattung zur „Journalistin des Jahres“ ausgezeichnet. Die Rede bestand aus Schuldzuweisungen gegen Russland und Unterstellungen gegen deutsche Journalisten, die sich nicht auf den Anti-Russland-Kurs einschwören lassen wollen. Diese bezeichnet die „Top-Journalistin“ als „Informationskrieger“. Eine Dramödie erster Sahne.

Die ARD-Korrespondentin Golineh Atai umschreibt Journalisten, die sich kritisch mit der Nato in der Ukraine auseinandersetzen als „Infokrieger“. Für sie steht fest: Putin ist der oder das Böse. (Screenshot)

Die ARD-Korrespondentin Golineh Atai umschreibt Journalisten, die sich kritisch mit der Nato in der Ukraine auseinandersetzen als „Infokrieger“. Für sie steht fest: Putin ist der oder das Böse. (Screenshot)

Die ARD-Korrespondentin Golineh Atai ist von der Branchenzeitschrift „medium magazin“ für ihre Berichterstattung über den Ukraine-Konflikt zur „Journalistin des Jahres“ gekürt worden. Bedankt hat sie sich für die Auszeichnung mit einem Rundumschlag gegen Journalisten-Kollegen.

Golineh Atais Rede ist auf der Webseite der Zeit abrufbar – eine Kurzkritik (in fett Atais Behauptungen, können im Video verifiziert werden):

(…) ich freue mich über diese Auszeichnung! Sie gibt mir Kraft, weiter zu berichten – über den Krieg in Europa: Falsch. Sie berichtet über den Krieg der Nato in der Ukraine gegen Russland.

Die meisten Journalisten in dem Land, in dem ich lebe, begreifen sich mittlerweile als Informationskrieger: Was die Dame natürlich nicht ist. Sie ist derart objektiv, dass sie in ihrer neuesten Doku „Zerrissene Ukraine“ Bilder von besonders martialisch und militaristisch aussehenden Personen einblendet, wenn von„pro-russischen Demonstranten“ die Rede ist. Im selben Zug werden schlichte Personen gezeigt, wenn die Rede von „pro-ukrainischen Demonstranten“ ist.

Ich will aber Journalistin sein! Nicht Kriegerin! Eine Journalistin, die die Vorgänge in der Welt nach einem Maßstab misst. Dem universellen Maßstab des Rechtsstaats, der Menschenwürde, des Völkerrechts: Dann müsste Atai eigentlich erwähnen, dass der Janukowitsch-Umsturz illegal gewesen ist und sowohl von der Konrad-Adenauer-Stifung als auch von diversen US-Organisationen massiv unterstützt und dirigiert wurde. Das war völkerrechtswidrig. Das Referendum auf der Krim hingegen war völkerrechtskonform.

Widerlege einfach Stück für Stück die tausend erfundenen Geschichten, Verdrehungen, Verschleierungen, die die Infokrieger jeden Tag produzieren!: Eine Kollegenschelte erster Klasse. Wer von den Intentionen ihrer Berichterstattung abweicht, wird automatisch als „Infokrieger“ gebrandmarkt.

Ich werde überrollt von der Spin-Lawine, von der Inszenierungsmaschinerie des Kreml: Eine perfide Art der Schuldumkehr. Erinnern Sie sich an die Berichterstattung im Westen nach dem Abschuss der MH-17?

Sie (Anm.d.Red. Inszenierungsmaschinerie des Kreml) hat eine so fantastische Ausstrahlungskraft, dass mittlerweile alle meine deutschen Freunde gar nicht mehr wissen, worum es in der Ukraine und in Russland geht: Atai erhebt einen Anspruch auf die Deutungshoheit im Ukraine-Konflikt. Sie ist offenbar der Maßstab aller Dinge, wenn es um die Ukraine geht. Die DTN-Redaktion erkennt Charakterzüge einer Monopolistin.

Während der Zuschauer Vertrauen in mich verliert, verliere ich Vertrauen in die Heimatredaktionen, in langjährige Kollegen, in journalistische und intellektuelle Vorbilder: Sie will offenbar bestimmen, was Recht und Unrecht ist – sie allein. Atai, falls Sie es noch nicht gemerkt haben. Die deutschen Bürger, von deren Rundfunkbeiträgen Sie finanziert werden, haben das Vertrauen in Sie und die Öffentlich-Rechtlichen verloren. Diesen Vertrauensverlust haben die Öffentlich-Rechtlichen nur sich selbst zuzuschreiben. Die Suche nach einem Sündenbock ist fehl am Platz.

Ich bekomme nun auch Anfeindungen (aus Deutschland) und Programmbeschwerden, wenn ich über die russische Opposition berichte: Blanker Unsinn. Sie erweckt den Anschein einer Selbst-Heroisierung in Verbindung mit einer inszenierten Opferrolle. Aber Kritikfähigkeit und vor allem Selbstkritik ist nicht jedermanns Sache.

Ich werde oft gefragt, ob ich Angst habe, wenn ich in der Ostukraine unterwegs bin: Angst müssen vor allem Russen in der Ukraine haben. Rechtsnationale Ukrainer betrachten diese Menschen als Freiwild. Was Anfeindungen sind, musste der regierungskritische Journalist Oles Busina erleben. Er wurde von ukrainischen Rechtsradikalen ermordet. Wer doch mal eine Doku wert. Oder folgen Sie dem Credo von Claus Kleber: „Es gibt gar keine Faschisten in der Ukraine – zumindest nicht an den verantwortlichen Stellen in Kiew!“

Ich sage Ihnen: Wenn Sie jenen nachgehen, die die Wirklichkeit inszenieren und manipulieren, sind Sie Journalist. Und nicht Infokrieger: Ist das ein Aufruf an die wettbewerbsfähigen privaten Medien, damit diese einen Dokumentarfilm über den Infokrieg der Öffentlich-Rechtlichen produzieren?

Legen Sie die Mittel der Infokrieger bloß: Genau das tun wir bei den DTN. Wir legen Sie bloß.

Und vergessen und verdrängen Sie bitte nicht: Wir stehen vor der alles entscheidenden Frage, wie wir leben wollen in Europa: Vor allem wollen wir in Frieden leben, ohne Russland und den Islam als Feinde einzustufen.

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