Türkei und Bosnien: 8.372 Schuhe erinnern an Völkermord an Muslimen

In Ankara erinnert ein Projekt an den Genozid von Srebrenica im Jahr 1995. Um auf das grausame Kriegsverbrechen während des Bosnienkriegs aufmerksam zu machen, wurden bereits vor drei Jahren exakt 8.372 Schuhe, so viele Menschen starben bei dieser Gräueltat, zusammengetragen.

Der ehemalige Präsident Bosnien-Herzegowinas Alija Izetbegović leistete im Bosnien-Krieg erbitterten Widerstand gegen die serbischen Tschetniks. In der Türkei sind Straßen und Denkmäler nach ihm benannt. (Screenshot)

Der ehemalige Präsident Bosnien-Herzegowinas Alija Izetbegović leistete im Bosnien-Krieg erbitterten Widerstand gegen die serbischen Tschetniks. In der Türkei sind Straßen, Einrichtungen und Denkmäler nach ihm benannt. (Screenshot)

Das Mahnmal aus 8.372 Schuhen wurde vor drei Jahen im Aliya İzzetbegoviç Park in Ankara eingeweiht. Gefördert und unterstützt wurde die Aktion von der in Ankara ansässigen Vereinigung junger Bosnier sowie von der Gemeinde Keçiören. Bei der feierlichen Vorstellung waren damals unter anderem der Bürgermeister von Keçiören, Mustafa Ak, Sabri Subaşı, Unterstaatssekretär der Botschaft von Bosnien und Herzegowina, sowie Verbandspräsident Enisa Kezo anwesend.

In seiner Rede anlässlich der Einweihung stellte Ak heraus, dass der Genozid in Bosnien nie vergessen werden sollte. „Was 1995 in Bosnien geschah, war ein Massaker. Die Türkei nahm und wird immer Anteil am Schmerz der Bosnier nehmen. Bosnier sind die Brüder der Türken. Um unseren Respekt für die Tragödie zu zollen, die unseren Brüdern widerfahren ist, beschlossen wir am 16. Jahrestag des Massakers im vergangenen Jahr 8.372 Schuhe zu sammeln, um sie dann im Aliya İzzetbegoviç Park zu zeigen.“

Am Ende des Krieges im Jahr 1995 waren 60 Prozent der bosnischen Häuser zerstört. Die Vereinigung junger Bosnier hat sich deshalb zum Ziel gesetzt, Tausende neuer Häuser für diejenigen zu errichten, die damals alles verloren haben.

Schwerste Kriegsverbrechen in Europa seit 1945

Im Juli 1995 wurden in der Gegend Srebrenica mehr als 8000 Menschen, vor allem Männer und Jungen zwischen zwöl und 77 Jahren, ermordet. Die Gräueltat wurde unter der Führung des damaligen Oberbefehlshabers der Armee der international nicht anerkannten bosnischen Serbenrepublik (Vojska Republike Srpske, VRS), Ratko Mladić, der Polizei und serbischen Paramilitärs trotz der Anwesenheit von Blauhelmsoldaten verübt. Die systematisch geplanten und durchgeführten Morde dauerten mehrere Tage an und wurden an einer Vielzahl von Tatorten in der Nähe von Srebrenica ausgeführt. Anschließend wurden die Opfer in Massengräbern verscharrt und in der Folge mehrfach umgebettet, um die Taten zu vertuschen. Der Völkermord gilt als das schwerste Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.

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