China wirft abgeschobenen Uiguren terroristische Gesinnung vor

Die Abschiebung uigurischer Flüchtlinge aus Thailand nach China löste Empörung aus, weil sich das Turkvolk unterdrückt fühlt. Jetzt wirft ihnen China vor, terroristische Taten geplant oder begangen zu haben.

Die chinesische Polizei hat den aus Thailand nach China deportierten 109 Uiguren vorgeworfen, dass sie sich dem Kampf von Terrorgruppen im Nahen Osten anschließen wollten. «Sie waren auf dem Weg in die Türkei, nach Syrien oder in den Irak, um beim Dschihad (Heiliger Krieg) mitzumachen», schrieben staatliche Medien am Sonntag. 13 von ihnen seien in China in terroristische Aktivitäten verwickelt gewesen und aus der Volksrepublik geflohen.

Die Abschiebung der uigurischen Flüchtlinge hatte weltweit für Empörung gesorgt, da sich die in Nordwestchina ansässige muslimische Minderheit verfolgt und unterdrückt fühlt. Peking betrachtet viele Uiguren als Separatisten und wirft ihnen Anschläge vor. Viele Angehörige des Turkvolkes flüchten nach Südostasien. So waren die Abgeschobenen vor einem Jahr in Thailand als illegale Einwanderer aufgeflogen.

In einer Nacht- und Nebelaktion hatte Thailand die Uiguren am Donnerstag gegen ihren Widerstand in Flugzeuge nach China gesetzt. Die Vereinten Nationen, die US-Regierung und Menschenrechtler kritisierten die Abschiebung scharf und verwiesen darauf, dass sie in China Repressalien zu befürchten hätten. Auch hatte die Türkei nach Angaben von Menschenrechtlern angeboten, die Einwanderer aufzunehmen.

In Bildern von dem Abschiebungsflug war zu sehen, wie Männer mit einem schwarzen Stoffsack über dem Kopf wie Kriminelle im Flugzeug saßen oder von Polizisten aus dem Flugzeug geführt wurden. Nach der internationalen Empörung wollte die thailändische Regierung nachträglich sicherstellen, dass die Abgeschobenen nicht in Gefahr sind und gut behandelt werden. Diplomaten würden dafür nach China fliegen, berichtete das Außenministerium in Bangkok.

Chinas Polizeiministerium beschuldigte Schlepperbanden, die Flüchtlingsströme zu organisieren und mit religiösen Extremismus Menschen zu ermutigen, um sich dem terroristischen Kampf anzuschließen, wie die Staatsagentur Xinhua schrieb. Demnach hat eine chinesische Untersuchung auch eine Verwicklung von türkischen Staatsbürgern und Diplomaten in die Flucht von Uiguren enthüllt, so die dpa.

Die Abschiebung sorgte auch für eine Kontroverse zwischen China und den USA. Das Pekinger Außenministerium wies die amerikanische Kritik scharf zurück und unterstelle den USA, damit illegale Auswanderung zu dulden. Die USA hatten gewarnt, dass die Uiguren in China «schlechter Behandlung und einen Mangel an rechtlichen Verfahren» ausgesetzt werden könnten. Nach mehreren blutigen Terroranschlägen gehen die chinesischen Behörden mit harschen Strafen gegen uigurische Gruppen und Sympathisanten vor. Immer wieder kommt es zu Zwischenfällen.

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