Medizintourismus: Türkei steigt in die weltweiten Top Ten auf

Die Türkei gilt bereits als das sechst meistbesuchte Touristenziel der Welt. Mittlerweile tut sich für die Wirtschaft jedoch ein weiteres, lukratives Standbein auf. Denn das Land gehört auch zu den populärsten medizinischen Tourismus-Destinationen. Allein 2014 kamen mehr als eine halbe Million medizinischer Touristen.

Das türkische Gesundheitsministerium will den Medizin-Tourismus in den kommenden Jahren weiter ankurbeln. (Foto: Flickr/ Doctors perform surgery together by Official U.S. Navy Page CC BY 2.0)

Das türkische Gesundheitsministerium will den Medizin-Tourismus in den kommenden Jahren weiter ankurbeln. (Foto: Flickr/ Doctors perform surgery together by Official U.S. Navy Page CC BY 2.0)

Ablesen lässt sich der aktuelle Trend anhand von Zahlen der Vereinigung der türkischen Reisebüros (TÜRSAB), dem Gesundheitsministerium und den privaten Krankenhaus-Zahlen. Waren es im Jahr 2010 noch 109.000 Medizin-Touristen, kletterte ihre Präsenz im vergangenen Jahr bereits auf 583.000 Personen. Gekommen waren hauptsächlich Menschen aus Libyen, dem Irak und aus Deutschland.

Zählt man zu den aktuellen Zahlen noch die Schönheitsoperationen dazu, kommt die Türkei für das vergangene Jahr auf sage und schreibe rund 700.000 Medizin-Touristen, so die türkische Zeitung Hürriyet unter Berufung auf Branchenkenner.

Insgesamt reisen Jahr für Jahr rund 30 Millionen Menschen weltweit, um eine medizinische Versorgung zu erhalten. Dafür geben sie mehr als 150 Milliarden US-Dollar aus. Das ist ein fast sechsmal höherer Mehrwert als der Branchendurchschnitt. Die Türkei gehörte im vergangenen Jahr zu den Top-Ten-medizinischen Tourismus-Destinationen. Vor fünf Jahren lag sie noch auf dem 17. Platz“, so der Vizepräsident der Aegean Medical Tourism Association, Zeki Hozer.

Die Vereinigten Staaten und Deutschland seien ihm zufolge die beliebtesten Reiseziele für medizinische Touristen gewesen. Indien, Malaysia, Kuba, Belgien und Polen seien jedoch ebenfalls sehr beliebt. Doch die Türkei holt weiter auf. Dank steigender staatlicher Anreize und Marketingaktivitäten in der Branche, habe die Zahl der Medizintouristen zugenommen, so Levent Baş, Vizepräsident der Medical Tourism Development Council der Türkei. Baş zufolge würden gut 50 bis 70 Prozent der Promotion-Aktivitäten vom Staat unterstützt und anteilig würden auch Flugtickets medizinischer Touristen bezahlt.

Die Türkei ist in Sachen Qualität die beste medizinische Tourismus-Destination nach den USA und Deutschland. Viele Gesundheitszentren in Istanbul machen heute fast die Hälfte ihrer Einnahmen mit ausländischen Patienten“, Baş. Europäer würden die Türkei übrigens in der Regel wegen der optischen Pflege, Zahnbehandlungen, plastischer Chirurgie, Haartransplantationen und in-vitro-Fertilisationen aufsuchen. Iraker und Libyer kämen hingegen, weil sie in ihrer Heimat keine angemessene medizinische Versorgung vorfänden. Menschen aus Kuwait, Katar und Saudi-Arabien, bevorzugten jedoch Deutschland.

Das türkische Gesundheitsministerium hat das Potential bereits erkannt und beabsichtigt, die Zahl der Medizintouristen bis zum Jahr 2023 auf rund zwei Millionen zu steigern. Angekurbelt werden soll das Geschäft durch die Einführung von steuerfreien Gesundheitszonen speziell für ausländische Patienten, so das Blatt abschließend.

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