Umwelt- und Waldminister: Die Türkei droht eine Wüste zu werden

Der türkische Umwelt- und Waldminister Veysel Eroğlu hat seine Landsleute vor einer Zunahme nicht landwirtschaftlich nutzbarer Flächen in der Türkei gewarnt. Allein aufgrund der schlechten Bewässerungssituation würden sich weltweit Jahr für Jahr rund 500.000 Hektar in Wüsten verwandeln. Die Türkei sei wegen ihrer geographischen Lage vom Klimawandel besonders bedroht.

Mit Wüstenromantik wird das, was der Türkei bevorsteht, wenig zu tun haben. (Foto: Flickr/ Deserted_2 by Hans Kylberg CC BY 2.0)

Mit Wüstenromantik wird das, was der Türkei bevorsteht, wenig zu tun haben. (Foto: Flickr/ Deserted_2 by Hans Kylberg CC BY 2.0)

Der türkische Umwelt- und Waldminister Veysel Eroğlu sorgt sich um die Landwirtschaft in der Türkei. Ein Großteil der Flächen sei besonders anfällig für eine Wüstenbildung. Schon jetzt gehört die Türkei zu den Top 5 Nationen weltweit, die am intensivsten mit diesem Problem zu kämpfen haben.

Die Türkei gehört zu den Ländern, die aufgrund ihrer geographischen Lage, geologischen Struktur, Relief- und Klimabedingungen stark von einer Zunahme nicht-landwirtschaftlich nutzbarer Flächen und dem Klimawandel betroffen sein werden“, zitiert die die türkische Zeitung Sabah den Minister. 65 Prozent der türkischen Flächen habe die Eigenschaften eines ariden, semi-ariden und semi-feuchten Klimas. Die Zentral- und Südost-Türkei sei besonders anfällig für die Gefahr einer Wüstenbildung.

Mehr als 60 Prozent des türkischen Landes läge viel höher als die meisten Staaten Europas. Mehr als die Hälfte des Ackerlandes unterliege Jahr für Jahr der Erosion. Rund 178 Millionen Tonnen Boden würden jährlich auf das Meer und in die Seen getragen.

„Die Türkei hat keine Wüste. Doch es gibt das Risiko, dass sich eine entwickelt. Es wird sich dann allerdings nicht um eine traditionelle Wüste mit Sanddünen handeln, sondern ein Verlust von Ackerland oder eine Abnahme der Lebensfähigkeit sein“, so Eroğlu.

Der Anstieg der nicht-landwirtschaftlich nutzbaren Flächen kostet dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) zufolge mehr als 42 Milliarden Dollar pro Jahr. Afrika allein erleide einen Jahresverlust von neun Milliarden Dollar, sagt Eroğlu. Schon jetzt gehöre die Türkei zu den Top 5 Nationen weltweit, die am stärksten mit der Zunahme der nicht-landwirtschaftlicher Nutzflächen und Erosion zu kämpfen hätten. Die Regierung setzt derzeit im Rahmen eines Aktionsplans auf Massen-Pflanzungen von Bäumen und die Verbesserung der Weiden gegen Erosion und Wüstenbildung. Bislang sei dem Minister zufolge eine Fläche von 2,4 Millionen Hektar mit Bäumen und Gebieten mit verfallenen Wäldern wieder aufgeforstet worden.

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