Spurensuche in Göbekli Tepe: Wissenschaftler finden Hinweise auf weltweit erstes Piktogramm

Forschern ist in der südtürkischen Kultgrabungsstätte Göbekli Tepe offenbar ein neuer Sensationsfund gelungen. Sie entdeckten eine Szene, die in einen Obelisken geschlagen wurde. Nun wird gemutmaßt: Könnte es sich dabei um das erste Piktogramm der Welt handeln?

Der jüngste Fund in den türkischen Medien. Die Grabungsstätte gilt als eine „Schaltstelle der Geschichte“. (Screenshot http://arkeofili.com)

Der jüngste Fund in den türkischen Medien. Die Grabungsstätte gilt als eine „Schaltstelle der Geschichte“. (Screenshot http://arkeofili.com)

Bei Ausgrabungen in Göbekli Tepe ist Wissenschaftlern eine Szene auf einem Obelisken in die Hände gefallen. Nach Ansicht der Forscher könnte es sich dabei um das erste Piktogramm der Menschheit handeln.

Die Szene auf dem in Göbekli Tepe ausgegrabenen Obelisken könnte als erstes Piktogramm aufgefasst werden, das es ein Ereignis thematisch zeigt. Es zeigt einen menschlichen Kopf im Flügel eines Geiers und einen kopflosen menschlichen Körper unter der Stele“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet Müslüm Ercan, Grabungsleiter und Direktor des Museums von Şanlıurfa. „Es gibt verschiedene Figuren wie Kräne und Skorpione in der Umgebung dieser Figur. Dies ist die Darstellung eines Moments; es könnte das erste Beispiel eines Piktogramms sein. Das sind keine zufälligen Figuren. Wir sehen diese Art der Darstellung an den Wänden in Çatalhöyük [in der heutigen Westtürkei] gut 6.000 bis 5.000 vor Christus“, so der Wissenschaftler.

Göbekli Tepe gilt heute als das Stonehenge der Türkei. Türkische und deutsche Wissenschaftler graben an diesem prähistorischen Fundort den ältesten Steintempel der Welt aus. Die einstige Pilgerstätte war bereits vor gut 12.000 Jahren ein beliebtes Reiseziel und ist es noch heute. Insgesamt rund 20 Anlagen hat das Forscherteam ausmachen können. Das Deutsche Archäologische Institut (DAI) forscht hier, nahe der südtürkischen Stadt Şanlıurfa, bereits seit 1995. Im Rahmen einer Ausstellung in der türkischen Botschaft Berlin präsentierten die Wissenschaftler bereits 2013 den Fortgang ihrer Arbeit. Schon damals stand fest: „Der Mensch war vermutlich viel früher weit entwickelt“, so der Tagesspiegel damals. „In seiner Bedeutung steht Göbekli Tepe Orten wie Stonehenge, Troja oder den Pyramiden in nichts nach – und ist zudem gut 5000 Jahre älter als die anderen Ritusorte.“

Entdeckt wurde Göbekli Tepe vom 2014 verstorbenen Archäologen Klaus Schmidt durch einen Zufall im Oktober 1994. Der Wissenschaftler hatte damals auf einem Hügel Pfeilspitzen entdeckt. Der Grabungsleiter zeigte sich 2013 überzeugt: „Der Ort hat eine Schlüsselfunktion in der Wandlung vom Wildhüter zum Bauern.“ Es handle sich um eine „Schaltstelle der Geschichte“.

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