Glücksspiele: Die Branche steckt im regulativen Mittelalter fest

Nach Ansicht der EU-Kommission ist der von den Bundesländern beschlossene Glücksspielvertrag (GlüStV) alles andere als sinnig. Anfang Juli erging deshalb ein sechs Seiten starker EU-Pilot (7625/15/GROW) an die Innenminister. Die Kritik aus Brüssel: Die deutsche Gesetzgebung bietet keinen Schutz für Spieler, zudem genügt sie nicht den Bestimmungen der Wettbewerbsfreiheit. Dabei gibt es gerade im Internet durchaus Angebote, bedenkenlos genutzt werden können.

Dem Fachportal betrugstest.com zufolge zählt das Angebot seit seinen Anfängen „zu den bei Spielern beliebtesten Online-Casinos“. (Screenshot StarGames)

Dem Fachportal betrugstest.com zufolge zählt das Angebot seit seinen Anfängen „zu den bei Spielern beliebtesten Online-Casinos“. (Screenshot StarGames)

Der Vorwurf aus Brüssel ist nicht neu. Doch Anfang Juli kam er noch einmal mit deutlicher Schärfe. Deutschland muss seinen Glücksspielvertrag überarbeiten. Geschieht das nicht binnen weniger Wochen, droht ein formales Vertragsverletzungsverfahren. Dass die Bundesländer über das Ziel hinaus geschossen sein könnten, zeigen auch Angebote wie StarGames oder Online Casino. Seit vielen Jahren kann hier zu fairen Bedingungen gespielt werden.

Online Casino- und Pokerspiele sind verboten, für Lotterieprodukte besteht ein staatliches Monopol, für Sportwetten ist die Vergabe einer beschränkten Anzahl von Konzessionen vorgesehen, Automatenspiele unterliegen einer Genehmigungspflicht. Diese Differenzierungen scheinen im Hinblick auf die unterschiedlichen Glücksspielformen nicht kohärent zu sein”, zitiert Poker Guide.net die EU-Kommission. Diese gebe Deutschland nun Zeit bis zum 7. September 2015, um auf die Rüge zu reagieren. Sollte das nicht passieren, werde das formale Vertragsverletzungsverfahren eingeleitet.

Es braucht eine moderne, rechtssichere Regulierung

Wie ernst es der EU-Kommission ist, verdeutlicht auch der Deutsche Verband für Telekommunikation und Medien (DVTM). „Das Schreiben aus Brüssel ist eine letzte Warnung“, sagt DVTM-Vorsitzende Renatus Zilles. Bereits 2011 hatte die EU-Kommission den Vorentwurf des Glücksspielstaatsvertrages beanstandet und diese Kritik im Jahr 2012 dann noch einmal erneuert. „Der Glücksspielstaatsvertrag ist gescheitert. Wir brauchen eine neue liberale, berechenbare und verbraucherfreundliche Regulierung“, so Zilles. Es könne nicht sein, dass in Zeiten der digitalen und konvergente Agenda eine gesamte Branche im regulativen Mittelalter feststecke. Ob Telekommunikation, Internet oder Medien – in allen Bereichen sei Glücksspiel Realität und finde statt. Es brauche daher eine moderne und rechtssichere Regulierung, die wirtschaftliches Wachstum, Verbraucherschutz und staatliche Einnahmen gleichermaßen sicherstelle.

Wie es gehen kann, zeigt zum Beispiel das 2002 auf dem Markt befindliche StarGames. Hier kann der Spieler aus einer ganzen Reihe von verschiedenen Spielen, wie Poker, Bingo oder Book of Ra wählen, das die User auf die Spuren der Alten Ägypter führt. Im transparenten Live Casino werden außerdem gleich mehrere Klassiker angeboten. Gespielt wird mit Echtgeld oder auch nur zum Spaß via Punkteeinsatz. Die Webseite ist einfach zu navigieren und zudem in mehreren Sprachen verfügbar. Um überhaupt spielen zu können, muss sich der Kunde registrieren und anmelden.

StarGames: Kein Betrug, keine Abzocke

Dem Fachportal Gameoasis.de zufolge zählt das Angebot seit seinen Anfängen „zu den bei Spielern beliebtesten Online-Casinos“. StarGames sei durch die Malta Gaming Authority (MGA) lizensiert. Auch der Firmensitz befinde sich auf der Insel Malta. Das Urteil der Redaktion:

„StarGames besitzt bei den Spielern einen guten Ruf, Betrug oder Abzocke muss der Kunde hier absolut nicht fürchten. (…) StarGames vertraut auf kompetente Technikpartner, sodass Transaktionen und Spielergebnisse stets sicher übermittelt werden. Zudem zeichnet sich dieses Online-Casino dadurch aus, dass bei den Skillgames stets gleichstarke Gegner gegeneinander antreten.“

Lob gibt es auch von Casino Guide. Die Redaktion testet Online Casinos und das „Drumherum wie Zahlungsdienste“ und stellt die Ergebnisse vor. Sie schreibt:

„Das Stargames Casino bietet eine Vielzahl von Spielen mit hohem Unterhaltungswert. Neben den beliebten Novoline Slots, können Sie aus klassischen Tischspielen und modernen Varianten wählen. Auch das Social Gaming wird bei Stargames gefördert.“

Dort ist man übrigens froh, dass Brüssel nicht klein bei gibt und nun eine schärfere Gangart an den Tag legt:

Wir von http://casino-guide.de sind froh, dass die EU Deutschland daran erinnert, aus dem vermeintlichen ‚Gesetzes-Flickenteppich‘ eine einheitliche Lösung zu finden. Denn der Spielerschutz, mit dem ja vordergründig argumentiert wird, klingt für uns sehr nach einer Hinhalte-Taktik.“

Die Realität, so die Redakteure, sehe anders aus. In Spielotheken oder staatlichen Casinos gebe es so gut wie keine Kontrolle. Weder Ausweis noch Spielverhalten würden in Augenschein genommen. Anders sei das in Online Casinos, hier werde klar geprüft und kontrolliert. Gebe es ein auffälliges Verhalten von Spielern, so werde diesem auch nachgegangen und genau geprüft.

Nicht zu verachten seien ihrer Ansicht nach auch die Steuer-Mehreinnahmen sowie die Möglichkeit für Online Casinos werben zu dürfen.

Türkei geht rigoros gegen Glücksspiel vor

Das Thema Glücksspiel ist jedoch nicht nur in Deutschland ein heißes Eisen. Ende 2012 sorgte eine Nachricht aus der Türkei für Aufsehen. Seit 2007 hatte die türkische Telekommunikations-Behörde (TIB) insgesamt 139 Webseiten für Glücksspiel und Online-Wetten geschlossen. Die TIB erhielt im Jahr 2007 die Befugnis, den Zugang zu Webseiten mit Glücksspielen und illegalen Wetten zu blockieren. Insgesamt hatte die Nationallotterie, welche auch ausländische Wett-und Glücksspiel-Websites zurückverfolgt, in diesen fünf Jahren die direkte Schließung von 457 Websites gefordert (mehr hier).

Die Casinos in den Straßen der Türkei waren bereits 1997 verriegelt worden, wonach manche der Betreiber ihre zum Teil illegalen Aktivitäten einfach ins Internet verlagert hatten. Die Folge war jedoch, dass insbesondere Jugendlichen der Zugang zum Glücksspiel erleichtert wurde, wodurch die Zahl der Spielsüchtigen noch mehr anstieg. Daraufhin hatte sich die Regierung geeinigt, etwa mit der Gründung einer eigens für Glücksspiel und illegale Online-Spiele zuständige Abteilung, verstärkt Maßnahmen zu ergreifen, um das Problem in den Griff zu bekommen.

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