Fantastisches Naturschauspiel: Türkischer Salzsee färbt sich blutrot

Naturliebhaber können in der Türkei derzeit ein erstaunliches Naturpänomen beobachten. Der zweitgrößte See des Landes, der Tuz Gölü, hat sich blutrot gefärbt. Warum das 1665 Quadratkilometer fassende Gewässer der Türkei derart erstrahlt, hat einen ganze bestimmten Grund.

Im Winter ist er eisblau, im Sommer zuweilen weiß: Der Tuz Gölü gilt mit 32,9 Prozent Salzanteil als einer der salzhaltigsten Seen der Welt. Um trockenen Hochland zwischen Ankara, Konya und Aksaray gelegen, zeigt er sich dieser Tage jedoch von einer ganz anderen Seite – blutrot.

Die türkische Zeitung Hürriyet hat dem einmaligen Naturschauspiel eine ganze Bilderserie gewidmet. Der Salzsee hat keinen Abfluss und wird lediglich durch Niederschläge, etwa 250 Milimeter im Jahr, und durch das Grundwasser gespeist. In den Sommermonaten entsteht dann eine kristalline Salzschicht. Abhängig vom Winkel des einfallenden Lichts kann die Oberfläche des Sees verschiedene Farben annehmen.

Doch warum nun blutrot? „Der Grund der Farbänderung ist die Dunaliella Salina, eine Art von Mikroalgen, die vor allem in MeersalzFeldern vorkommt“, schreibt auch die Zeitung. In diesem Jahr habe der See nach Auskunft des Regionalmanagars Mehmet Sait Koyuncu mehr Niederschläge als üblich abbekommen. Dies hätte dramatische Auswirkungen auf den Salzgehalt des Wassers gehabt und sei schließlich auch für dieses Farbänderung verantwortlich. Um sich selbst vor niedrigem Salzgehalt zu schützen, produziere diese Algen Glycerin und Vitamin A, eine Verbindung, die im Volksmund als Beta-Carotin bekannt sei. „Diese Algen erhöhen die Geschwindigkeit der Salzproduktion im See und wirken sich positiv auf die Qualität des Salzes aus“, so Koyuncu.

Nicht nur ob des Naturschauspiels ist der türkische See eine Reise wert, wie das Portal Türkei Reiseguide meint. Da heißt es:

„Durch den hohen Salzgehalt ist die Dichte des Wassers deutlich höher als normal. Dies ermöglicht es, sich ohne große Bewegungen auf das Wasser zu legen, ohne dass man dabei untergeht. So kann man sich im Türkei Urlaub einfach auf dem Wasser treiben lassen und schont dabei Muskeln und Gelenke und entlastet die Wirbelsäule. Nur schlucken sollte man das Wasser nicht unbedingt. Zahlreiche Hotels in der Umgebung bieten deshalb Wellness-Urlaube mit Solebad an.
Die salzhaltige Luft in der unmittelbaren Umgebung des Sees bietet gute Bedingungen für Urlauber mit Atemwegsproblemen. Vorausgesetzt, die Luft ist nicht zu heiß.“

Beobachten lässt sich dieses Schauspiel übrigens nicht nur in der Türkei, sondern auch am Siwaschsee, ein breites System flacher Buchten, das westlich vom Asowschem Meer liegt und die Halbinsel Krim von dem Festland trennt.

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