Deutlich mehr islamfeindliche Vorfälle in Frankreich

Übergriffe und Drohungen gegen Muslime in Frankreich haben sich nach dem Anschlag auf das Satiremagazin «Charlie Hebdo» im ersten Halbjahr fast vervierfacht. Die Beobachtungsstelle gegen Islamophobie verzeichnete für die ersten sechs Monate 274 gemeldete Vorfälle, im vergangenen Jahr waren es im gleichen Zeitraum nur 72.

Die Religion spielt in diesem Zusammenhang eine Nebenrolle: Zwei der Opfer von Paris sind Muslime. (Foto: Flickr/ #JeSuisCharlie (1) by Petit_louis CC BY 2.0)

Die Religion spielt in diesem Zusammenhang eine Nebenrolle: Zwei der Opfer von Paris sind Muslime. (Foto: Flickr/ #JeSuisCharlie (1) by Petit_louis CC BY 2.0)

«Diese Explosion kann sich nur durch die seit Januar begangenen Terrorakte erklären, die keinen Hass auf Muslime rechtfertigen, die für solche Verbrechen weder verantwortlich noch schuldig sind», erklärte der Vorsitzende Abdallah Zekri am Freitag der französischen Nachrichtenagentur AFP. Der Großteil der Fälle (222) stamme aus den ersten drei Monaten des Jahres.

Die Beobachtungsstelle gehört zum Rat der Muslime in Frankreich (CFCM) und stützt sich auf Daten des Innenministeriums. Der Dachverband jüdischer Organisationen CRIF hatte schon Anfang der Woche berichtet, auch die Zahl antisemitischer Übergriffe und Drohungen sei deutlich gestiegen: Mit 504 Vorfällen lag sie 84 Prozent höher als im Vorjahr.

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