Teufelsaustreibungen und Wunderheilungen: Zehntausende Gläubige feiern mit umstrittenem Exorzisten-Prediger

Rund 55 000 Menschen haben sich am Samstag im Nationalstadion in Warschau zu einem «Jesusfest» des als «Exorzistenprediger» bekanntgewordenen John Baptist Bashobora versammelt. Der innerhalb der katholischen Kirche umstrittene Prediger aus Uganda hat im tiefreligiösen Polen besonders viele Anhänger. Gegner kritisieren ihn wegen seiner rituellen Shows, zu denen auch Teufelsaustreibungen und angebliche Wunderheilungen gehören sollen.

«Vater Bashobora hat ein einzigartiges Charisma und bietet uns ein außergewöhnliches Erlebnis, das man in einer gewöhnlichen Messe nicht bekommt. Gerade weil wir uns hier in so großer Zahl versammeln, um ihm zuzuhören», sagte eine junge Teilnehmerin dem Nachrichtensender TVN24.

Der innerhalb der katholischen Kirche umstrittene Prediger aus Uganda hat im tiefreligiösen Polen besonders viele Anhänger, so die dpa. Seit 2007 trat er dort bereits mehrfach auf und lockte jeweils ein Massenpublikum an. Gegner kritisieren ihn wegen seiner rituellen Shows, zu denen auch Teufelsaustreibungen und angebliche Wunderheilungen gehören sollen.

„Der Okkultismus hat zugenommen“, zitiert die Frankfurter Rundschau anlässlich eines Besuches des Predigers im Jahr 2013 den Pastor Andrzej Grefkowicz, der die Arbeit der katholischen Exorzisten in Polen koordiniert. Er warnte schon damals davor, schwarze Magie als harmlosen Zeitvertreib zu verniedlichen. Ähnlich äußerte sich die Bischofskonferenz. Der Glaube an Horoskope und die Kraft von Amuletten seien keine Belanglosigkeiten, so das Blatt weiter. „Okkulte Praktiken können zur Besessenheit führen“, zitierte damals die Zeitung „Gazeta Wyborcza“ aus einem Schreiben des Episkopats.

„Ohne Unterstützung der Bischöfe könnten Teufelsaustreiber aber kaum die Massenwirkung entfalten; mehr als 90 Prozent der Polen sind Katholiken. Medien fragen, wie sich Papst Johannes Paul II. positioniert hätte. Er galt als moralischer Leitstern seiner Landsleute. Den Polen rief er 1979, bei seinem ersten Besuch in der Heimat nach seiner Wahl zum Papst, die Worte zu: ‚Fürchtet euch nicht!‘ Er meinte die kommunistischen Unterdrücker. Aber wohl auch die Angst vor dem Treiben des Teufels im Diesseits“, so das Blatt abschließend.

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