Drama in Suruç: Explosion tötet mindestens 28 Menschen

In der türkisch-syrischen Grenzstadt Suruç ist es am Montag zu einer schweren Explosion gekommen. Nach bisherigem Kenntnisstand wurden dabei mindestens 28 Menschen getötet und mehrere Personen verletzt. Augenzeugen vermuten, dass es sich um einen Selbstmordanschlag gehandelt hat.

Der Sprengsatz detonierte im Garten eines hiesigen Kulturzentrums. Dort hatten sich zum Tatzeitpunkt Jugendliche zu einer Pressekonferenz versammelt. Noch ist völlig unklar, wer oder was hinter der Attacke stecken könnte. Es wird befürchtet, dass die Zahl der Toten weiter steigen könnte.

Nach Angaben des Innenministeriums starben am Montag 28 Menschen. Der Anschlag in Suruç ist der schwerste in der Türkei, seit im Mai 2013 in der Grenzstadt Reyhanli zwei Autobomben explodierten und 51 Menschen ums Leben kamen. Die türkische Regierung machte damals die linksextreme DHKP-C mit Kontakten zum syrischen Regime für die Tat verantwortlich. Der syrische Präsident Baschar al-Assad hatte den Vorwurf zurückgewiesen. Ankara betreibt den Sturz Assads.

Suruç liegt an der syrisch-türkischen Grenze gegenüber der Stadt Kobane. Erst Ende Januar hatten kurdische Kämpfer Kobane nach monatelangen Kämpfen von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) befreit. Entsprechend gibt es jetzt auch Spekulationen, ob eine 18-jährige Selbstmordattentäterin der IS tatsächlich hinter der Explosion stecken könnte, berichtet die türkische Zeitung Hürriyet. Zumindest der Gouverneur der Provinz Sanliurfa gehe davon aus. Schon kurz nach der Detonation kochte das Ereignis auch unter dem Hashtag #SuruçtaKatliamVar auf Twitter hoch.

Im Amara Kulturzentrum sollen sich mindestens 300 Mitglieder der Föderation der sozialistischen Jugendverbände (SGDF) aufhalten, wo sie im Rahmen einer Sommerexpedition am Wiederaufbau von Kobane mitwirkten, so das Blatt weiter.

Das Kulturzentrum, das von der Gemeinde Suruç unter der Ägide der Volksdemokratischen Partei (HDP) geführt wird, empfängt regelmäßig Journalisten und Freiwillige, die mit Flüchtlingen aus Kobane arbeiten.

Kadir Ergün, ein Augenzeuge, sagte CNNTürk, dass er 100 Meter entfernt von der Explosion gewesen sei. Er berichtet: „Es ist schwer, das mit Worten zu beschreiben. Blutspenden werden dringend benötigt. Die Menschen in Suruç werden nun aufgefordert, Blut zu spenden.“

Es ist ein riesiges Massaker. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Selbstmordattentäter dahinter steckt, ist sehr hoch“, so die HDP-Abgeordnete Leyla Güven zu Habertürk. Suspect Informationen wurden im Zusammenhang mit der Zahl der Todesfälle zur Verfügung gestellt. Einige sagen, dass jeder in der Gruppe gestorben ist.

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