Türkei: Demirtaş ruft Kurden zur Selbstbewaffnung auf

Der Chef der türkisch-kurdischen Partei HDP, Selahattin Demirtaş, hat zur Bewaffnung der Kurden aufgerufen. Die HDP und die Kurden müssten von nun an eigenständig für ihre Sicherheit sorgen. Zuvor fand in der Stadt Suruç ein Anschlag statt, bei dem mindestens 27 Menschen starben.

Die Bewaffnung der PKK läuft unvermindert fort. Nun fordert die HDP eine kollektive Bewaffnung der Kurden. (Screenshot)

Die Bewaffnung der PKK läuft unvermindert fort. Nun fordert die HDP eine kollektive Bewaffnung der Kurden. (Screenshot)

Der HDP-Chef Selahattin Demirtaş hat dem kurdischen Sender Med Nuce gesagt, dass das kurdische Volk „eigenständig für seine Sicherheit“ sorgen müsse.

Der Anschlag in Suruç habe gezeigt, dass die Sicherheitskräfte nicht im Stande seien, das Volk zu schützen, zitiert die Milliyet den HDP-Politiker. Damit weist Demirtaş darauf hin, dass die HDP vorhat, kurdische Bürgerwehren ins Leben zu rufen. Dies würde der Aushebelung des staatlichen Gewaltmonopols gleich kommen. Demirtaş hatte bereits im vergangenen Jahr zu gewaltsamen Demonstrationen aufgerufen, die dann auch stattfanden. In der Folge starben Dutzende von Menschen.

Währenddessen versucht Staatschef Recep Tayyip Erdoğan die Bevölkerung zu beruhigen. Der Tod von mittlerweile 30 Menschen und die große Zahl an Verletzten betrübe ihn zutiefst, so Erdoğan am Montagnachmittag. „Im Namen meines Volks verfluche und verurteile ich die Täter dieser Unmenschlichkeit“, so der türkische Präsident. Der Terror solle verflucht sein, woher er auch immer herkomme, er habe keine Religion, Rasse, Nationalität oder Land, zitiert ihn die türkische Nachrichtenagentur Anadolu.Nach der Explosion rief das türkische Innenministerium zur Ruhe auf und sicherte zu, die Täter des Angriffs schnell zu finden.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.