Kurz nach Türkei-Attenat: Cem Özdemir beschuldigt die AKP

Nur zwei Stunden nach dem Bombenanschlag von Suruç hat der Grünen-Politiker Cem Özdemir in einer Twitter-Mitteilung die AKP angeprangert. Der IS sei der gemeinsame Feind von Türken und Kurden. Das begreife die AKP nicht. Woher Özdemir zu dem Zeitpunkt wusste, dass explizit die Terror-Miliz IS hinter dem Anschlag steckt, bleibt unklar.

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir gilt als Unterstützer der HDP. (Foto: flickr/boellstiftung)

Der Grünen-Politiker Cem Özdemir gilt als Unterstützer der HDP. (Foto: flickr/boellstiftung)

Am Montag ereignete sich der Bombenanschlag von Suruç, der zum Tode von über 30 Menschen führte, um etwa 10.45 Uhr. Nur etwa zwei Stunden später – exakt um 12.57 Uhr – schrieb der Grünen-Politiker Cem Özdemir per Twitter, dass die Kurden die Freunde und Nachbarn der Türkei seien, aber die AKP dies nicht verstehe:

Özdemir attackiert die AKP zu einem Zeitpunkt, an dem noch gar nicht klar war, wer den Anschlag verübt hat. Zudem gibt es nicht einen einzigen Politiker in der Türkei, der diesen Anschlag gutgeheißen hat. Die Mitteilung ist besonders bemerkenswert, da Özdemir einen direkten Zusammenhang zwischen dem Anschlag und der AKP herstellen möchte. Zudem haben sogar die deutschen Top-Ermittler elf Jahre lang gebraucht, um herauszubekommen, dass eine angebliche rechte Terror-Zelle hinter den Türken-Morden steckt.

Dabei ist die Twitter-Mitteilung Özdemirs nicht nur unmoralisch, sondern vor allem manipulativ. Denn gerade die AKP unter Recep Tayyip Erdoğan setzte sich für den Friedensprozess ein und er ging sogar so weit, mit Vertretern der Terror-Organisation PKK in Oslo geheime Verhandlungen zu führen. Zudem sind die engen Beziehungen zwischen der Türkei und der Autonomen Region Kurdistans (KRG) – Nordirak – ebenfalls der AKP zu verdanken. Die Kurden des Nordirak sind mehrheitlich Erdoğan-Sympathisanten. Denn die kurdische Öffnung ist dem türkischen Präsidenten Erdoğan zu verdanken. Immer wieder hat dieser Mann die Assimilations-Bestrebungen der alten Eliten gegenüber den Kurden scharf kritisiert und für eine Schicksalsgemeinschaft zwischen Kurden und Türken geworben.

Der Berufstürke Özdemir übersieht hier ganz bewusst diese Tatsachen. Denn der Deutsch-Türke ist ein offener Unterstützer der HDP, die sich aus kurdischen Nationalisten zusammensetzen und klar anti-türkisch sind. Es gibt einen großen Unterschied zwischen den Kurden im Nordirak und den Kurden der HDP – sowohl kulturell als auch politisch. Während die HDP kurdisch-nationalistischen Träumen verfällt und als politischer Arm der PKK gilt, sind die Kurden unter dem KRG-Präsidenten weitaus kooperativer und friedfertiger. Übrigens sind die Kurden des Nordirak ebenfalls Gegner der PKK und der HDP.

Özdemir & Co. wissen zu genau, dass die Alternative zur AKP derzeit kurdische und türkische Nationalisten sind, die das Potenzial haben, die Türkei nachhaltig zu destabilisieren und zu polarisieren. Die Kurden sind nicht nur die Verbündeten der Türken, sondern so türkisch wie alle Türken. Im Gegenzug sind die Türken so kurdisch wie alle Kurden. Doch Özdemir kann nicht verlangen, dass die Türkei so tut, als ob die HDP eine Art kurdischer Ableger der europäischen Friedensbewegung ist. Denn die HDP ist das krasse Gegenteil. Sie besteht nämlich aus schlimmen ethnischen Nationalisten, die jede Gelegenheit nutzen, um gegen die Türkei und das türkische Volk zu wettern und mit den Feinden der Türken koalieren.

Özdemir Fatima Claudia Roth sei gesagt: Ja, die Kurden sind die Verbündeten und Brüder der Türken, aber nicht die PKK und ihr politischer Arm.

Nochmal für die Logik: Die Muslime sind die Verbündeten der Bundesregierung, aber nicht der IS.

Oder vielleicht doch?

 

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