Nach Anschlag: Türkische Behörden sperren Twitter

Nach dem Anschlag im türkischen Suruç mit 32 Toten haben die Behörden den Zugang zum Kurzmitteilungsdienst Twitter gesperrt. Twitter war am Mittwochmittag aus der Türkei nicht mehr erreichbar. Auch der Zugang zum sozialen Netzwerk Facebook war teilweise eingeschränkt.

Ähnliche Blockaden habe es in jüngster Zeit immer wieder gegeben. (Foto: Flickr/ Twitter by Andreas Eldh CC BY 2.0)

Ähnliche Blockaden habe es in jüngster Zeit immer wieder gegeben. (Foto: Flickr/ Twitter by Andreas Eldh CC BY 2.0)

Ein Gericht in Suruç habe die Sperre angeordnet, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu. Grund seien Bilder und weitere Inhalte, die auf den sozialen Medien über den Anschlag verbreitet worden seien.

Zwar habe sich Twitter dem gebeugt, aber nicht schnell und umfassend genug, weswegen der ganze Mikro-Bloggingdienst gesperrt worden sei, berichtet heise. Sobald alle Bilder entfernt seien, würde der Zugang wieder hergestellt, schreibt das Blatt weiter. Ähnliche Blockaden habe es in jüngster Zeit immer wieder gegeben, vor allem, wenn aktuelle Ereignisse in sozialen Netzwerken zu Kritik an der Staatsführung geführt hätten. Wie türkische Medien berichten, habe das Gericht die Entfernung von 107 Inhalten verlangt. Twitter sei dem aber nur in 50 Fällen nachgekommen. 57 Inhalte seien nach Ablauf der vierstündigen Frist verblieben.

Bei dem Anschlag am Montag nahe der syrischen Grenze waren 32 Menschen getötet und etwa Hundert Menschen verletzt worden. Nach Regierungsangaben deuten erste Hinweise auf einen Selbstmordattentäter der Terrormiliz IS.

UPDATE:

Nach rund zweistündiger Blockade sei die Twitter-Sperre mittlerweile wieder aufgehoben, so die türkische Zeitung Hürriyet. Die Sperrung hatte über den Hashtag #TwitterBlockinTurkey  für weltweite Aufmerksamkeit gesorgt.

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