Türkei: Ex-Agent warnte bereits nach Charlie Hebdo vor Anschlägen

Cevat Öneş, ehemaliger Mitarbeiter des türkischen Nachrichtendiensts, hatte bereits kurz nach dem Attentat auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo vor IS-Anschlägen in der Türkei gewarnt. Die Türkei werde von Extremisten nicht nur als Transitland genutzt, sondern es befinden sich auch ausländische und einheimische Schläfer im Inland. Diese könnten jederzeit zuschlagen.

Der ehemalige türkische Geheimdienst-Mitarbeiter Cevat Öneş sagt, die Türkei stehe kurz vor der Lösung des Kurdenproblems. (Screenshot)

Der ehemalige türkische Geheimdienst-Mitarbeiter Cevat Öneş sagt, die Türkei stehe kurz vor der Lösung des Kurdenproblems. (Screenshot)

Der ehemalige hochrangige türkische Geheimdienst-Mitarbeiter Cevat Öneş hatte bereits im kurz nach dem Attentat auf das Satire-Magazin Charlie Hebdo im Gespräch mit der Zeitung Cumhuriyet vor IS-Zellen in der Türkei gewarnt. „Die Türkei ist aus Sicht von Dschihadisten ein wichtiges Transitland. Es gibt diverse Risiken. Die Sicherheitskräfte müssen ausländische und türkeistämmige Salafisten, die sich in der Türkei aufhalten genau beobachten. Es besteht zwar kein Risiko, dass sich salafistisches Gedanken innerhalb der Türkei ausbreiten könnten. Doch die Dschihadisten verfügen über ein Netz, in dem sie sich in Sicherheit wähnen können (…) Es gibt Schläferzellen. Angesichts der Ereignisse in Syrien und im Irak ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass diese Zellen auch in der Türkei zum Einsatz kommen werden. Die Politik muss im Verbund mit den Sicherheitskräften wachsam sein.“

Auf Nachfrage der Zeitung Cumhuriyet, ob die Türkei Anschläge verhindern könne, antwortete Öneş: „Niemand kann behaupten, ausreichend genug gewappnet zu sein, um eine derartige Gefahr einzudämmen. Die Türkei muss ihre Infrastruktur in den Bereichen der Sicherheitspolitik und des Nachrichtendienstes erweitern.“

Öneş wörtlich: „Wenn wir uns die Sicherheitsrisiken der dschihadistischen Salafisten und deren regionale und globalen Auswirkungen vor Augen führen, ist es nicht möglich bei Anwendung islamischer Begrifflichkeiten eine Lösung oder Erklärung herbeizuführen. In unserer Region müssen wir Begrifflichkeiten nutzen, die die pluralistische Demokratie ausfüllen. Zudem müssen sich die Politiker damit zurückhalten, durch eine Strategie der Polarisierung auf Stimmenfang zu gehen.“

Öneş hatte im vergangenen Jahr gesagt, dass die Türkei sich im Jahr 2015 auf ernstzunehmende Provokationen vorbereiten müsse. Es werde eine Destabilisierung des Landes angestrebt, um die Türkei außenpolitisch zu lähmen. Dabei können sowohl ethnische als auch religiöse Unterschiede zwischen den Menschen ausgebeutet werden.

Der Ex-Geheimdienst-Mitarbeiter sagte vor zwei Jahren, dass das Kurdenproblem vor der Lösung stehe. Allerdings sei dies kein leichter Weg und es werde übergangsweise auch Provokateure innerhalb der PKK geben, die eine Lösung des Kurdenproblems verhindern wollen. Die Kader der PKK sollen ein Teil der türkischen Politik werden, so Öneş im Interview mit der BBC. Allerdings müsse die kurdische Bewegung von ihrer üblichen reaktionären Rhetorik Abstand nehmen und wirkliche Landespolitik im Namen aller Bürger betreiben.

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