Abercrombie & Fitch tut Buße: Junge Muslima erhält nach Kopftuchstreit mehr als 25.000 US-Dollar

Genugtuung für Samantha Elauf. Die US-Modekette Abercrombie & Fitch hat zugestimmt, ihr mehr als 25.000 US-Dollar zu bezahlen. Das Unternehmen hatte eine Bewerbung der jungen Frau vor sieben Jahren aufgrund ihres Kopftuches abgelehnt. Darauf hin war sie vor Gericht gezogen.

Im Kopftuchstreit mit einer US-Modekette hatte die junge Muslimin erst im vergangenen Juni vom Obersten Gerichtshof der USA Recht bekommen. Das Unternehmen Abercrombie & Fitch in Tulsa (Bundesstaat Oklahoma) habe ungesetzlich gehandelt, urteilte der Supreme Court in Washington. Die Firma hatte eine Bewerbung der Frau 2008 als Verkäuferin abgelehnt, weil sich ihr Kopftuch nicht mit der Kleiderordnung der Marke vertrüge. Das Bürgerrechtsgesetz von 1964 verbiete es, die Frau wegen ihrer Religion zu diskriminieren, begründeten die Richter ihre Entscheidung.

Am vergangenen Montag wurde nun die Berufung des Unternehmens zurückgewiesen, so die türkische Zeitung Sabah. Nun müsse Abercrombie & Fitch 25.670 US-Dollar Schadensersatz zahlen. Obendrein würden 18.983 an Gerichtskosten fällig.

Die Diskriminierung eines Bewerbers aus Gründen der Religion ist unter Bundesgesetz illegal. Es sei denn, der Arbeitgeber kann nachweisen, dass die Einstellung des Antragstellers eine unzumutbare Härte darstellen würde.

Das Unternehmen hatte seinerzeit strenge Vorschriften für seine Mitarbeiter, deren Stil und Erscheinungsbild zum Image der Läden passen sollen. Die damals 17-Jährige hatte zunächst erfolgreich wegen Diskriminierung geklagt. Das Urteil der ersten Instanz wurde aber in der Berufung gekippt, weil die Muslimin die Kette nicht darüber informiert habe, dass sie aus religiösen Gründen eine Ausnahme vom Kopfbedeckungsverbot brauche. Der Supreme Court wies diese Begründung zurück. Der Schutz vor Diskriminierung sei nicht an solche Bedingungen geknüpft.

Bereits 2013 hatte Abercrombie & Fitch nach der Niederlage in einem anderen Hijab-Streit der Bewerberin eine Ausgleichssumme gezahlt und seine Kleidervorschriften gelockert.

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