Überwachungsballone, Zäune und Gräben: Türkei rüstet Grenze zu Syrien auf

Der Terroranschlag mit 32 Toten am vergangenen Montag hat die Türkei offenbar aufgerüttelt. Nun sollen die Grenzen zum syrischen Nachbarstaat weiter verstärkt werden. Erst zur Wochenmitte wurde bekannt, dass weitere Truppen verlegt wurden.

Die Grenze zu Syrien soll offenbar aufgerüstet werden. (Screenshot Hürriyet)

Die Grenze zu Syrien soll offenbar aufgerüstet werden. (Screenshot Hürriyet)

Die Türkei nimmt Vorwürfe der internationalen Gemeinschaft, ein ideales Transitland für ausländische Kämpfer zu sein, offenbar sehr ernst. Um die Grenze zu Syrien weniger durchlässig zu machen, sollen nun neue Sicherheitsmaßnahmen in Angriff genommen werden. Geplant sein sollen Überwachungsballone sowie ein System mit zwei Zäunen und einem Wassergraben.

„Angesichts von Daesh ist es wichtig, die Transitstellen der Terroristen zu blockieren und zwar auch mit physischen Hindernissen. Ein solches physisches Sicherheitssystem soll nun an der Grenze angelegt werden“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet den stellvertretenden Ministerpräsident Bülent Arınç am Rande einer Kabinettssitzung am vergangenen Mittwoch.

Bei der Sitzung seien auch Vertreter der türkischen Landstreitkräfte anwesend gewesen, heißt es. Arınç zufolge sei die Implementierung eines „integrierten Systemszur Sicherung kritischer Teile der Grenzemit dem Kriegs gebeutelten Syrien diskutiert worden. So hoffe man, der Bedrohung durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu begegnen. Mauern sollten ihm zufolge allerdings nicht gebaut werden.

Gemäß den neuesten Plänen zur Erhöhung der Grenzsicherheit sollen Überwachungsballone an der türkisch-syrischen Grenze zum Einsatz kommen. Ähnlich wie Drohnen seien diese in der Lage, in größerer Höhe zu fliegen und an einem bestimmten Ort zu verharren. Das Blatt geht davon aus, dass die Türkei hierfür in den USA auf Einkaufstour gehen werde.

Ebenfalls geplant sein soll ein Grenzsystem mit zwei Zäunen, einschließlich Straßen und Aussichtstürmen. Installiert werden solle dies in risikoreichen Gebieten der Grenze. Die Regierung hat bereits 145 Kilometer Drahtzaun erneuert und 90 Kilometer neuer Zäune an der Grenze angebracht. Insgesamt 450 weitere Kilometer der Grenze sollen durch Wassergräben gesichert werden.

Die Kosten für die neue Grenzsicherheitsmaßnahmen, einschließlich Drohnen, Wärmebildkameras und Bewegungssensoren, werden auf rund 4,2 Milliarden Türkische Lira geschätzt.

Die türkischen Streitkräfte haben zuletzt Spezialeinheiten der „Bordo Bereliler“ an die türkisch-syrische Grenze entsendet. Die Elite-Soldaten – deren Anzahl unbekannt ist – befinden wurden in den Städten Kilis, Hatay, Gaziantep, Şanlıurfa und Mardin stationiert.

Die Truppenbewegungen zeigen auf, dass sich die Soldaten in Richtung der Gebiete aufgestellt haben, die von den Terror-Milizen YPG und IS kontrolliert werden, berichtet sondakika.com.

An der Grenze zu Syrien stehen bereits 18.000 türkische Soldaten.

Mehr zum Thema:

Türkei entsendet Elite-Soldaten an syrische Grenze
Wegen Al-Qaida und Schmuggler: Türkei baut neue Mauer an Grenze zu Syrien
Gegen syrischen Grenz-Mauerbau: Polizei schlägt ODTÜ-Protest erneut mit Tränengas nieder

 

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.