Türkischer Premier Davutoğlu: Operationen gegen IS werden fortgesetzt

Der türkische Premier Ahmet Davutoğlu hat nach der umfassenden Razzia und den ersten Angriffen auf Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) die Entschlossenheit der Regierung bekräftigt, auch weiterhin gegen IS-Anhänger und kurdische Militanten vorzugehen. Aktionen wie die an diesem Freitag sollen kein Einzelfall bleiben. Er betonte jedoch, die Türkei werde trotz der Luftangriffe nicht Teil des Bürgerkriegs in Syrien.

Premier Ahmet Davutoğlu: Die Türkei geht wenn nötig weiter gegen Terrormiliz IS vor. (Foto: Flickr/ Ahmet Davutoğlu answering questions by Foreign and Commonwealth Office CC BY 2.0)

Premier Ahmet Davutoğlu: Die Türkei geht wenn nötig weiter gegen Terrormiliz IS vor. (Foto: Flickr/ Ahmet Davutoğlu answering questions by Foreign and Commonwealth Office CC BY 2.0)

Die Operationen, die heute begonnen worden seien, wären kein einmaliges Ereignis, sondern ein Prozess, so Premiier Davutoğlu vor Reportern in Ankara. Dem Premier zufolge seien bei den landesweiten Razzien gegen mutmaßliche Anhänger des IS, der PKK und anderer militanter Gruppen wie der DHKP-C, an diesem Freitagmorgen insgesamt 297 Personen, darunter 37 Ausländer, festgenommen worden.

Türkische Kampfflugzeuge haben zudem erstmals Angriffe auf Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im benachbarten Syrien geflogen. Dem Premier zufolge seien die Jets bei der Beseitigung ihrer Ziele zu 100 Prozent erfolgreich gewesen, berichtet die türkische Zeitung Hürriyet.

Unabhängig davon, welche terroristische Organisation eine Bedrohung für die Grenzen der Türkischen Republik darstellt, werden ohne zu zögern Maßnahmen getroffen werden“, so der Premier. „Niemand sollte daran irgendwelche Zweifel haben.“ Die Situation in Syrien und an der türkisch-syrischen Grenze stünde permament unter Beobachtung. Die Türkei werde gegen jede auch nur kleinste bedrohliche Bewegung aufs Härteste reagieren. Die Operationen gegen die Terrormiliz IS hätten ihr Ziel erreicht und würden nicht gestoppt. Gleichzeitig betonte er jedoch, dass die Türkei trotz der Luftangriffe nicht Teil des Bürgerkriegs in Syrien werde.

Berüchte, wonach die Türkei das Regime von Bashar al-Assad vor den Luftangriffen gewarnt haben soll, wie der Premier zurück. Es sei keine Frage, den syrischen Zivilisten beizustehen, um die eigene Grenze zu schützen, müssten jedoch alle Maßnahmen ergriffen werden.

Drei Kampfflugzeuge vom Typ F-16 seien am Freitag vor Sonnenaufgang vom Stützpunkt Diyarbakir aufgestiegen und hätten Ziele im Norden des Nachbarlandes beschossen, teilte das Büro des Ministerpräsidenten am Freitag in einer Erklärung mit. «Die türkische Republik ist entschlossen, alle nötigen Maßnahmen zur nationalen Sicherheit zu ergreifen», hieß es in der Mitteilung. Die Entscheidung für die Luftschläge sei auf einer Sicherheitskonferenz am Donnerstag getroffen worden.

Vorangegangen waren am Donnerstag Gefechte im türkisch-syrischen Grenzgebiet zwischen türkischer Armee und IS-Kämpfern. Dabei waren ein türkischer Soldat und mindestens ein Extremist getötet worden.

Bei einer großangelegten Polizeiaktion gegen mutmaßliche Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK wurden in der Türkei fast 300 Verdächtige festgenommen. Die Regierung erklärte, die Razzia habe ebenfalls am Freitag in 13 Provinzen stattgefunden.

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