Israelische Polizei dringt in Jerusalemer Al-Aksa-Moschee ein

Bei Zusammenstößen mit muslimischen Gläubigen in Jerusalem ist die israelische Polizei nach eigenen Angaben in die Al-Aksa-Moschee eingedrungen. Die Beamten seien am Sonntagmorgen einige Meter in die Moschee vorgedrungen, um die Haupttüren zu schließen, sagte Polizeisprecher Micky Rosenfeld.

Damit habe man Dutzende Randalierer, die sich im Inneren verbarrikadiert hätten, davon abhalten wollen, weiter Steine, Feuerwerkskörper und andere Gegenstände auf die Polizisten zu werfen, so die dpa.

Das Gelände in der Jerusalemer Altstadt mit der Al-Aksa-Moschee und dem Felsendom wird von Muslimen als «Haram el-Scharif» (Edles Heiligtum) verehrt. Auch Juden ist die Stätte heilig, weil sie auf dem im Jahre 70 zerstörten zweiten jüdischen Tempel errichtet wurde.

«Es ging nur darum, die Türen zu schließen. Wir haben nicht das Innere gestürmt», sagte Rosenfeld zu der Polizeiaktion am Morgen. Vier Beamte seien leicht verletzt worden. Festgenommen wurde niemand.

Der Tempelberg liegt in der Altstadt von Jerusalem und gehört zu den heiligsten Stätten von Juden und Muslimen. Im Islam wird der Hügel als Haram el-Scharif (Edles Heiligtum) bezeichnet. Nach islamischer Überlieferung ritt der Prophet Mohammed von dort aus mit seinem Pferd in den Himmel. An dieser Stelle steht heute der Felsendom, mit dessen Bau im Jahr 687 begonnen wurde. Die goldene Kuppel ist ein bekanntes Wahrzeichen Jerusalems. Zusammen mit der benachbarten Al-Aksa-Moschee ist der Felsendom eines der wichtigsten islamischen Heiligtümer.

Für die Juden ist der Ort ebenfalls von höchster Bedeutung. Dort sollen zwei jüdische Tempel gestanden haben. Die Klagemauer ist der Überrest der ehemaligen westlichen Stützmauer des zweiten Tempels. Er wurde in der Zeit des Königs Herodes (73 bis 4 vor Christus) erbaut.

Der Tempelberg untersteht heute der islamischen Wakf-Stiftung. Nur Muslimen ist es erlaubt, dort zu beten. Rechte jüdische Organisationen wollen dieses Recht auch für Juden durchsetzen. Muslime empfinden den Besuch von Juden auf dem Tempelberg als Provokation. Wiederholt kam es zu blutigen Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften.

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