Exporte nach Russland brechen um ein Drittel ein

Die deutschen Exporte nach Russland sind als Folge der Sanktionen im Zuge des Ukraine-Konflikts in den ersten fünf Monaten um gut ein Drittel eingebrochen. Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft verlangt den Abbau der Sanktionen.

Die einst starken Verbindungen zwischen Deutschland und Russland, politischer und vor allem wirtschaftlicher Natur, bröckeln immer stärker. (Foto: Flickr/ Wladimir Putin, Angela Merkel, by Karl-Ludwig Poggemann CC BY 2.0)

Die einst starken Verbindungen zwischen Deutschland und Russland, politischer und vor allem wirtschaftlicher Natur, bröckeln immer stärker. (Foto: Flickr/ Wladimir Putin, Angela Merkel, by Karl-Ludwig Poggemann CC BY 2.0)

Von Januar bis Mai 2014 sind die deutschen Exporte nach Russland auf 34 Prozent oder 4,4 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesunken, teilte der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft am Donnerstag mit. „Aufs Gesamtjahr 2015 hochgerechnet müssen wir von einem Rückgang der deutschen Exporte nach Russland um zehn Milliarden Euro auf dann insgesamt nur noch 20 Milliarden Euro ausgehen“, sagte der Vorsitzende des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft Eckhard Cordes. Im Rekordjahr 2012 wurden noch 38 Milliarden Euro erreicht.

Ähnlich deutlich fiel der Exporteinbruch in die Ukraine aus, die nach wie vor mit prorussischen Separatisten im Osten des Landes kämpft. Hier lag das Minus nach den Daten des Ost-Ausschusses bei 29 Prozent in den ersten fünf Monaten. „In diesem Jahr ist ein zweistelliger Einbruch des Bruttoinlandsprodukts der Ukraine zu befürchten“, so Cordes. Das Land könne nur in einer gemeinsamen Anstrengung von EU und Russland dauerhaft wirtschaftlich stabilisiert werden, da es beide Märkte benötigt und auf Investitionen und Kredite von beiden Seiten angewiesen ist.

Auch in die russischen Nachbarländer lieferten deutsche Firmen drastisch weniger – nach Kasachstan 26 Prozent, nach Weißrussland sogar 31 Prozent. Diesen negativen Zahlen steht allerdings ein positiver Trend in Südosteuropa gegenüber. Die deutschen Ausfuhren nach Rumänien erhöhten sich von Januar bis Mai um 11,5 Prozent, die nach Bulgarien um 18 Prozent und die nach Kroatien um 15 Prozent.

Mehr auf DMN.

Wir freuen uns auf Ihre Kommentare zu diesem Artikel.

Bitte verwenden Sie dazu unsere Facebook-Seite - hier.