Wechselkursschwankungen: Türkische Studenten ändern ihre Präferenzen

Die andauernden Wechselkursschwankungen treffen nun offenbar auch türkische Studenten. Scheinbar wirkt sich der Wert ihres Geldes zusehends auf ihre Präferenzen hinsichtlich eines Auslandsstudiums aus. Bevor es zu teuer wird, zieht es sie jetzt lieber gleich gen Asien.

Die Abwertung der Lira gegenüber dem Dollar hat auch Auswirkungen auf die Studienorte. (Foto: Flickr/ Money by Pictures of Money CC BY 2.0)

Die Abwertung der Lira gegenüber dem Dollar hat auch Auswirkungen auf die Studienorte. (Foto: Flickr/ Money by Pictures of Money CC BY 2.0)

Der Wunsch junger Leute nach einer internationalen Ausbildung hat sich mittlerweile zu einer weltweiten Industrie entwickelt. Auch die türkischen Studenten nehmen am Bildungstourismus teil. Jährlich lassen sie sich ihr Studium fernab der Heimat stolze 1,5 Milliarden Dollar kosten. Doch mittlerweile hat bei ihnen offenbar ein verstärktes Preisbewusstsein eingesetzt. Geschuldet sei dies der deutlichen Abwertung der Türkischen Lira gegenüber dem US-Dollar seit Beginn dieses Jahres.

Wo die Präferenzen der jungen türkischen Generation bislang lagen, zeigte Deniz Akar, Generalmanager bei der International Educations Fairs of Turkey (IEFT) erst vor wenigen Monaten auf. Akar zufolge würde eine große Mehrheit der Studenten die USA bevorzugen, gefolgt von Großbritannien, Malta, Kanada, Australien, Deutschland, Frankreich und Italien (mehr hier).

Mittlerweile hat sich die Situation offenbar etwas verändert, so die türkische Zeitung Sabah. Weil die Türkische Lira an Wert verliere, würden sich auch die türkischen Studenten umorientieren, so Akar. Ihm zufolge würden Studenten und Eltern nun Studienorte in Osteuropa, Asien und baltischen Ländern vorziehen. Internationale Schulen in Polen, Ungarn, Litauen, Estland und Russland sowie den baltischen Ländern und China, Südkorea sowie anderen asiatischen Ländern würden jetzt neben den USA, Kanada, Australien und Großbritannien auf der Agenda stehen.

Zum Nachteil der Studenten ist das nicht unbedingt, so auch die Überzeugung von Akar. Ungarn, Polen, Russland, China und Südkorea hätten hervorragende Universitäten. Einige von ihnen befänden sich sogar unter den weltweiten Top 500. Diese Länder seien bereit, einen höheren Anteil an der internationalen Studenten vom Markt aufzunehmen und die USA, Großbritannien, Kanada sowie Australien mit konkurrierenden Preisen zu übertreffen.

Akar zufolge rangiere die Türkei im Augenblick unter den Top 5 Nationen, die die meisten Studenten ins Ausland schicken würden. Jährlich seien das rund 90.000 Studenten. Deren Ausgaben lägen bei gut 20.000 US-Dollar im Jahr. Bis zum Jahr 2020 soll deren Zahl aber noch einmal deutlich steigen. Geht es nach dem Willen der türkischen Regierung sollen es dann bereits acht Millionen sein, die ihre Ausbildung im Ausland erwerben.

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