Pakistan: 1000 Mädchen werden jährlich zum Islam gezwungen

Ein aktueller Bericht fördert Erschreckendes zutage. Offenbar werden jedes Jahr mindestens 1.000 pakistanische Mädchen in muslimische Ehen und zum Islam gezwungen. Der so genannte Forced Marriages and Inheritance Deprivation-Report der in Karachi ansässigen Aurat Foundation geht dabei von 100 bis 700 christlichen und rund 300 Hindu-Mädchen aus.

ie Mächen zwischen 12 und 25 Jahren würden entführt, gezwungen, zum Islam zu konvertieren und dann mit dem Entführer oder einem Verbündeten verheiratet. (Foto: Flickr/local girls by Maria Ly CC BY 2.0)

ie Mächen zwischen 12 und 25 Jahren würden entführt, gezwungen, zum Islam zu konvertieren und dann mit dem Entführer oder einem Verbündeten verheiratet. (Foto: Flickr/local girls by Maria Ly CC BY 2.0)

Der Report bezieht sich auf Statistiken der Bewegung für Solidarität und Frieden Pakistan (MSP). Diese geht derzeit davon aus, dass zwischen 2000 und 2012 weitere 1.791 Zwangsbekehrungen stattfanden. Mehr als 600 Personen soll ursprünglich christlichen Glaubens gewesen sein.

Zwangsehen als auch eine erzwungene Konvertierung sind in Pakistan nicht unüblich. Von der hieisigen Polizei als auch den Behörden werde das Problem jedoch weitestgehend ignoriert, so das Portal Christian Today. Vor allem Frauen würden insbesondere aus religiösen Gründen erhebliche Diskriminierungen erfahren. Diejenigen, die gezwungen würden zu heiraten, würden oft bedroht und sowohl von ihrem Mann als auch seiner Familie unter Druck gesetzt, um festzustellen, dass deren Vollzug freiwillig vonstatten gegangen sei. Und das selbst, wenn der Fall vor Gericht gebracht werde.

Schon bei der ersten Veröffentlichung im vergangenen Jahr stellte MSP ein spezifisches Muster fest: Die Mächen zwischen 12 und 25 Jahren würden entführt, gezwungen, zum Islam zu konvertieren und dann mit dem Entführer oder einem Verbündeten verheiratet. Falls tatsächlich eine Beschwerde eingereicht wird, würden die Mädchen von ihren Entführern bis zur mündlichen Verhandlung unter Verschluss gehalten und seien Missbrauch und Gewalt ausgesetzt. Ernsthaft untersucht würden diese Dinge allerdings nicht, so das Blatt weiter.

Ohnehin blieben viele Zwangsehen ungemeldet. Käme so etwas ans Licht, würde die Familienehre befleckt und die Frauen als Schande für diese betrachtet. Nicht selten seien sie zudem Deckmantel für Menschenhandel.

Die US-Kommission für Internationale Religionsfreiheit (USCIRF) forderte erst im März die Obama-Administration dazu auf, Pakistan ein Land von besonderer Bedeutung zu bezeichnen und beschuldigte die pakistanische Regierung der Nichtumsetzung des angemessenen Schutzes der Zielgruppen bereitzustellen.


Hier geht es zum gesamten Bericht.

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