Türkisches Außenministerium: İncirlik ist jederzeit für einen Schlag gegen IS bereit

Der türkische Luftwaffenstützpunkt İncirlik ist nach Aussagen eines Ministeriumssprechers nun jederzeit bereit für Luftangriffe der Koalitionsstreitkräfte gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS). Luftangriffe zur Unterstützung syrischer Kurden werde es von İncirlik aus allerdings nicht geben.

Die Türkei gestattet den Vereinigten Staaten im Kampf gegen die IS seit kurzem offiziell die Nutzung des strategisch wichtigen Luftwaffenstützpunktes İncirlik. Ein entsprechendes Abkommen sei nun formell unterzeichnet worden, so Tanju Bilgiç, Sprecher des Außenministeriums in Ankara. Kurdische Kämpfer im benachbarten Syrien dürften von der Basis aus aber nicht unterstützt werden.

„Der Luftwaffenstützpunkt İncirlik kann jederzeit genutzt werden, wenn dies erforderlich scheint“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet Bilgiç. Die Militärs in beiden Ländern würden nun Gespräche über Pläne über anstehende Operationen führen.

Es gebe jedoch keine Klausel in der türkisch-US-amerikanischen Vereinbarung, den türkischen Luftwaffenstützpunkt zu nutzen, um syrisch-kurdische Kämpfer in ihrem Kampf gegen die IS zu unterstützen. „Die Unterstützung der Volksverteidigungseinheiten (YPG) ist kein Teil der Vereinbarung.“ Diese wurde am Mittwoch unterzeichnet.

Nach langem Zögern erlaubte die Türkei in der vergangenen Woche dem Nato-Partner USA, den strategisch wichtigen Stützpunkt Incirlik für Luftangriffe auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu nutzen. Die Zeitung «New York Times» berichtete, Präsident Barack Obama habe sich mit dem türkischen Staatsoberhaupt Recep Tayyip Erdoğan auf die Nutzung Incirliks verständigt.

Die Türkei gehört zwar dem US-geführten Bündnis gegen den IS an, hatte aber die Nutzung Incirliks für Luftangriffe gegen die Dschihadisten bislang verweigert. Die Regierung in Ankara hatte gefordert, den Sturz des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zum Teil der Strategie des Bündnisses im Nachbarland zu machen.

Die Basis liegt in der Nähe der südosttürkischen Stadt Adana, etwa gut 100 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt. Von Incirlik aus könnten die USA nicht nur mit Flugzeugen, sondern auch mit Kampfhubschraubern im Norden Syriens eingreifen. Die Basis liegt außerdem näher an der nordirakischen Grenze als Stützpunkte in den Golfstaaten, von denen aus die Allianz Angriffe gegen IS-Stellungen fliegt.

Der IS beherrscht große Teile der Nachbarländer Irak und Syrien. Ankara hatte die Terrormiliz als Nachbar lange geduldet. Sowohl im In- als auch im Ausland wurde Ankara eine zu passive Haltung vorgeworfen.

Wie die Hürriyet erfahren haben will, habe es bislang es noch keine bemannten Einsätze der USA von İncirlik aus gegeben. Zum Einsatz seien bis dato sechs Predatoren gekommen, zwei von ihnen seien bewaffnet gewesen.

Türkei plane zudem nicht, die NATO um weitere militärische Unterstützung für den Schutz seiner Grenzen zu bitten.

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