Türkischer Geheimdienst: Luftschläge töten 190 PKK-Anhänger

Das türkische Militär soll im Zuge zweier großer Luftangriffe insgesamt 190 PKK-Anhänger getötet haben. Das wollen türkische Medien aus Geheimdienstkreisen erfahren haben. Die Attacken zielten auf PKK-Stellungen im Nordirak und in der Türkei ab.

Die US-Regierung stuft die jüngsten türkischen Luftangriffe auf die kurdische PKK als einen eindeutigen Akt der Selbstverteidigung ein. (Foto: Flickr/ f 16 portrait by Les Chatfield CC BY 2.0)

Die US-Regierung stuft die jüngsten türkischen Luftangriffe auf die kurdische PKK als einen eindeutigen Akt der Selbstverteidigung ein. (Foto: Flickr/ f 16 portrait by Les Chatfield CC BY 2.0)

Die türkische Luftwaffe bombardierte am 24. Juli Ziele im Nordirak. Ermittelt worden seien die Stellungen im Vorfeld durch Funkgespräche und Drohnen. Dabei seien 190 PKK-Anhänger getötet und mehr als 300 weitere verletzt worden.

Der türkischen Zeitung Hürriyet zufolge beteiligten sich an einer weiteren Operation im Nordirak am 28. Juli insgesamt 40 Kampfjets. 30 Jets seien für inländische Operationen abgestellt worden. Begleitet worden seien die Kampfjets auch von Tankflugzeugen. Darüber hinaus hätten Howitzer 130 Ziele jenseits der Grenze zerstört, darunter auch 25 Flugabwehr-Stützpunkte der PKK. Zuletzt seien nun zwei PKK-Stellungen innerhalb der Türkei angegriffen worden.

Die Türkei reagiert damit auf eine Reihe von Terroranschlägen auf türkische Sicherheitskräfte, insbesondere in den östlichen und südöstlichen Regionen, mit Dutzenden von Toten und Verletzten, die sich in den vergangenen zwei Wochen zugetragen haben.

Nach zweijähriger Waffenruhe hat der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan den Friedensprozess in dieser Woche für beendet erklärt (mehr hier). «Es ist nicht möglich, einen Lösungsprozess fortzuführen mit denjenigen, die die Einheit und Integrität der Türkei untergraben», sagte er am Dienstag in Ankara nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu.

Nach Luftangriffen der Türkei auf den IS in Syrien, aber auch auf das PKK-Hauptquartier in den nordirakischen Kandil-Bergen, erklärte die PKK den seit 2013 bestehenden Waffenstillstand für beendet. Es folgten mehrere Anschläge auf Sicherheitskräfte, bei denen zwei Soldaten und ein Mitglied der Gendarmerie starben.

Die US-Regierung stuft die jüngsten türkischen Luftangriffe auf die kurdische PKK als einen eindeutigen Akt der Selbstverteidigung ein. Das sagten ranghohe Regierungsvertreter am Dienstag in Washington. «Wenn die PKK die Angriffe in der Türkei nicht gestartet hätte, würden sie (die Türken) die PKK auch nicht im Irak angreifen», hieß es. Washington hatte in den vergangenen Tagen mehrfach betont, man betrachte die PKK als Terrororganisation (mehr hier).

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen mahnte in einem Telefonat mit ihrem türkischen Kollegen Vecdi Gönül, in diesem Prozess die Verhältnismäßigkeit zu wahren. «Der gemeinsame Kampf gegen den Islamischen Staat muss unser gemeinsames Ziel sein», erklärte die CDU-Politikerin. Der Einsatz der Bundeswehr im Süden der Türkei werde nun «sehr sorgfältig» beobachtet. Die Sicherheit der Soldaten müsse «absolute Priorität» haben. Die Bundeswehr hat auf Wunsch der Türkei «Patriot»-Raketenabwehrstaffeln 100 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt stationiert. Sie sollen den Nato-Partner vor Luftangriffen aus Syrien schützen.

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