Studienreiseanbieter Studiosus: Alle Reisen in den Südosten der Türkei abgesagt

Nachdem das Auswärtige Amt erneut seine Sicherheitshinweise für die Türkei verschäft hat, zieht der Studienreiseanbieter Studiosus nun Konsequenzen. Wegen der riskanten Lage wurden alle Reisen in den Südosten der Türkei bis September abgesagt. Osttürkei-Kunden können kostenlos umbuchen.

Betroffen sind Angebote in die Provinzen Batman, Mardin, Sanliurfa, Gaziantep und Hatay. (Foto: Flickr/ Airport, Istanbul, Turkey by Christine und Hagen Graf CC BY 2.0)

Betroffen sind Angebote in die Provinzen Batman, Mardin, Sanliurfa, Gaziantep und Hatay. (Foto: Flickr/ Airport, Istanbul, Turkey by Christine und Hagen Graf CC BY 2.0)

Offenbar als erster deutscher Reiseanbieter hat Studiosus nun sein Reiseangebot in die Türkei eingeschränkt. Wie das Unternehmen auf seiner Homepage mitteilt, seien alle Reisen in den Südosten der Türkei bis September wegen der riskanten Sicherheitslage abgesagt. Betroffen sind demnach Angebote in die Provinzen Batman, Mardin, Sanliurfa, Gaziantep und Hatay. Alle anderen Regionen würden aber weiter bereist.

Aktuell würden keine Gäste in der Osttürkei unterwegs sein, so Studiosus am vergangenen Dienstag. Reisen in diesen Landesteil seien wieder ab Mitte August geplant, Reisen in die Provinzen Batman, Mardin, Sanliurfa, Gaziantep und Hatay im Südosten ab Anfang September. Hierzu Studiosus:

„Vor dem Hintergrund der zunehmenden Spannungen und den Anzeichen einer weiterer Verschärfung der Lage sehen wir derzeit und bis zu einer nachhaltigen Entspannung der Situation keine Möglichkeit, unsere Osttürkei-Reise mit Aufenthalten in den genannten Provinzen südlich und südwestlich des Vansees durchzuführen. Wir müssen daher alle Reisen mit entsprechender Route und einem Abreisetermin bis Ende September 2015 absagen.“

Alle gebuchten Kunden würden umgehend per Rundschreiben informiert. Abgesehen von den betroffenen Reisen in den Südosten gehe man nach aktuellem Lagestand davon aus, dass alle Reisen in andere Regionen der Türkei wie geplant durchgeführt werden könnten. Weitere Reisen in diese Region seien erst wieder im Frühjahr 2016 geplant.

„Wir verfolgen die Lage-Entwicklung in der gesamten Türkei sehr aufmerksam und ergreifen bei Bedarf alle für die Sicherheit unserer Gäste erforderlichen Maßnahmen. Unsere Reiseleiter und örtlichen Leistungspartner sind landesweit zu erhöhter Wachsamkeit und zum weiträumigen Meiden von Protestkundgebungen und Demonstrationen jeder Art aufgefordert, so der Reiseveranstalter weiter.

Allen Osttürkei-Gästen, deren Reise in Gebiete östlich der Linie Trabzon¿Sanliurfa führt, biete man weiterhin ein Recht auf kostenlose Umbuchung ihrer Reise bis vier Wochen vor Abreise. Es bestehe allerdings kein Recht auf kostenlose Umbuchung oder Stornierung der Reisen in die Westtürkei und nach Istanbul, so das Unternehmen am 29. Juli.

Das Auswärtige Amt hatte angesichts der angespannten Situation in der Türkei seine Reise- und Sicherheitshinweise aktualisiert. «Bei Reisen über Land wird zu besonderer Umsicht und Vorsicht geraten. Darüber hinaus gibt es Hinweise auf mögliche Anschläge auf die U-Bahn und Bushaltestellen in Istanbul», heißt es am Mittwoch auf der AA-Homepage.

Die türkische Luftwaffe fliege seit dem 24.07.2015 Luftangriffe gegen PKK- und ISIS-Stellungen in Syrien und im Irak. Dies hae bisher keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Ferienregionen, so das Auswärtige Amt weiter. Es bestehs die Gefahr von weiteren terroristischen Anschlägen und Entführungen von ausländischen Staatsangehörigen besonders in Grenznähe.

In den Provinzen Hatay, Kilis, Gaziantep, Sanliurfa, Diyarbakir, Mardin, Batman, Bitlis, Bingöl, Siirt, Mus, Tunceli, Sirnak, Hakkari und Van bestehe ein erhöhtes Risiko für Reisende. Die aktuelle Berichterstattung sollte aufmerksam verfolgt werden.

Deutsche, die sich längerfristig bzw. dauerhaft im Land aufhielten, hätten die Möglichkeit, sich elektronisch in der Deutschenliste der deutschen Auslandsvertretung zu registrieren unter: http://service.diplo.de/registrierungav. Auch bei kurzfristigen Aufenthalten in den Provinzen Diyarbakir, Mardin, Batman, Bitlis, Bingöl, Siirt, Mus, Tunceli, Sirnak, Hakkari und Van werde eine Registrierung nahe gelegt.
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