Weg aus Tunesien und der Türkei: Britische Touristen flüchten vor IS-Terror nach Spanien

Der Terror in Tunesien und in der Türkei hat britische Urlauber aufgeschreckt. Sie buchen scharenweise um, um in den vermeintlich „sicheren Hafen“ Spanien zu flüchten. In einigen Hotspots liegen sie bereits wie die Sardinen am Strand - ungeachtet der Tatsache, dass auch Spanien im Visier der Terroristen ist.

Die Bilder des Strandes von Benidorm stehen stellvertretend für das, was derzeit in spanischen Ferienorten passiert. Eine Rekordzahl britischer Urlauber strömt ins Land, um den Gefahren in Tunesien und in der Türkei zu entkommen. Was vielen jedoch nicht bewusst ist: Auch hier ist man in Anbetracht der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in höchster Alarmbereitschaft.

Die Angst steckt vielen britischen Touristen noch in den Knochen. Bei einem Anschlag in Tunesien gab es Ende Juni mindestens 39 Tote (mehr hier). Die meisten Opfer am Traumstrand von Sousse waren britischer Herkunft. In der darauffolgenden Zeit kehrten sie zurück zu traditionellen Urlaubsorten an der spanischen Küste. Doch sicher sind sie auch hier nicht: In Spanien herrsche im Augenblick der höchste Stand der Terrorgefahr seit mehr als zehn Jahren, berichtet der Express. Vor allem Touristen aus Großbritannien seien hier Top-Ziele für Terroristen.

Rund 30.000 Briten sollen in den vergangenen Wochen ihren Tunesien-Urlaub aufgrund von Reisewarnungen der Regierung umgebucht haben, so das Blatt weiter. Mittlerweile soll die Zahl der Briten, die jährlich nach Spanien reisen, die 12-Millionen-Marke überschritten haben.

Insgesamt habe es Spanien in diesem Sommer mit einer Rekordzahl an Urlaubern zu tun. Schon jetzt seien es 29,2 Millionen. Allerdings: Auch die spanischen Sicherheitsbehörden hätten ihre Bedrohungsstufe bereits im Juni auf „hoch“ gesetzt – schon kurz vor dem Massaker in Tunesien. Das Blatt zitiert einen Sprecher des spanischen Außenministeriums. Dieser warnt: „Es gibt eine hohe Bedrohung durch terroristische Angriffe.Die Attacken können wahllos erfolgen, einschließlich an Orten, die  von Ausländern besucht werden.“ Die Situation in Irak und Syrien bedeute eine erhöhte Gefahr von Terroranschlägen weltweit gegen britische Interessen und britische Staatsbürger.

Der spanische Innenminister Jorge Fernandez Diaz warnte, dass das Land seit dem Bombenanschlag von Madrid im Jahr 2004 dem höchsten Stand der Terrorgefahr gegenüber stehe. Damals wurden 191 Menschen getötet und fast 2.000 verletzt, als eine Reihe von Bomben in vier Pendlerzügen detonierten. Aktuell habe Spanien Terrorstufe 4 von 5.

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