Lebensmittelsicherheit: Türkische Produkte sollen Smart Labels erhalten

Nach einigen Verzögerungen sollen türkische Lebensmittel in Geschäften und Supermärkten nun bis zum 31. Dezember mit so genannten Smart Labels ausgestattet werden. Die intelligenten Etiketten sollen dazu beitragen, türkische Produkte an EU-Standards anzupassen. Branchenvertreter hoffen zudem, dass das neue System die Lebensmittelsicherheit und Hygienestandards sicherstellt und hilft, die Zahl der gefälschten Produkte einzudämmen.

Durch so genannte Smart Labels soll der Einkauf künftig transparenter werden. (Foto: Flickr/ All plastic shopping carts. by Polycart CC BY 2.0)

Durch so genannte Smart Labels soll der Einkauf künftig transparenter werden. (Foto: Flickr/ All plastic shopping carts. by Polycart CC BY 2.0)

In einer ersten Stufe sollen all jene Produktgruppen mit Smart Labels ausgestattet werden, die besonders anfällig für Fälschungen sind. Dazu gehören nach Angaben des türkischen Fachverbands der Verpackungsindustrie ASD (Ambalaj Sanayicileri Dernegi) Honig, Energy Drinks, schwarzer Tee, Pflanzenöl und Babynahrung.

„Indem man Nahrungsmittel im System zurückverfolgbar macht, kann man Verbraucher vor gefälschten Lebensmitteln, die sehr schädlich für die Gesundheit sind, schützen. Gleichzeitig erhalten sie damit genaue Informationen darüber, was sie essen und trinken“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet aus einer schriftlichen Erklärung des ASD-Präsident Sadettin Korkut vom 31. Juli.

Der Zeitung zufolge sollen auf den genannten Produkten der ersten Stufe zwei Zahlen zu finden sein. Eine sei offen und eine andere geschlossen. Die geschlossene Zahl diene den Verbrauchern dazu, ihre Fragen, ob das Produkt für den Verzehr geeignet sei, über das Internet, mobile Anwendungen, SMS oder Voicemail-Systeme zu stellen. Das Label gebe darüber hinaus alle Informationen über das Produkt, von seiner Herstellung, über seinen Transport zum Shop, bis hin zu Verfallsdaten und Zutaten an.

Korkut zufolge müsse das System Schritt für Schritt implementiert werden. Würde das nicht gründlich geplant werden, könnten bereits in der ersten Stufe die Verpackungspreise steigen. Dadurch würden aber dann auch die Lebensmittelpreise selbst nach oben gedrückt. Würde dieser Fall eintreten, würden die Kunden wieder zu unverpackten, billigeren und damit unsichereren Lebensmitteln greifen. Das neue Etikettierungssystem müsse daher gründlich mit allen Beteiligten durchdacht werden.

„Bei Transport, Lagerung, Sicherung oder Warenfluss sind Etiketten nicht mehr wegzudenken. Neben dem bewährten Barcode setzen Logistik, Industrie und Handel zunehmend auf die Kombination mit RFID (Radio Frequency Identification). Sogenannte Smart Label mit RFID-Technik ermöglichen die automatische Lokalisierung und Identifizierung von Produkten“, so die Logopak Systeme GmbH & Co.KG. So würden sie zu einer effizienten Logistik beitragen und die Sicherheit im Einzelhandel erhöhen. „Smart Label sind ultraflache Transponder – bestehend aus einem Chip mit integriertem Prozessor und Speicher –, die samt Antenne auf eine Folie aufgebracht werden. Diese sogenannten Inlays können dann in herkömmliche Etiketten integriert werden.“

Zum Einsatz kämen derartige Etiketten in kleinem Maßstab schon für Fleisch in der Ukraine und in der Schweiz. In den USA fänden sie für Fisch Anwendung, der unter Schutzatmosphäre verpackt sei, berichtet das Portal bestepublizist.

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