Sicherheitsbedenken: Türkischer Tourismussektor büßt fast 14 Prozent ein

Die türkischen Tourismuseinnahmen sind nach Angaben des türkischen Statistik Instituts TÜİK im zweiten Quartal 2015 deutlich gesunken. Die Branche muss im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 13,8 Prozent auf 7,73 Milliarden US-Dollar verschmerzen. Geschuldet sei dies den aktuell erhöhten Sicherheitsbedenken der Urlauber.

Die bisherigen Spitzenreiter unter den Türkeiurlaubern sind in diesem Jahr die Deutschen. (Foto: Flickr/ ND6_6446.jpg by Artis Pupins CC BY 2.0)

Die bisherigen Spitzenreiter unter den Türkeiurlaubern sind in diesem Jahr die Deutschen. (Foto: Flickr/ ND6_6446.jpg by Artis Pupins CC BY 2.0)

Die Angst der Touristen vor der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), aber auch andere geopolitische Risiken wie etwa die stagnierende russische Wirtschaft, haben den türkischen Tourismussektor im zweiten Quartal dieses Jahres ordentlich zugesetzt. Um fast 14 Prozent sind die Umsätze im Vergleich zum Vorjahr eingebrochen.

In den ersten drei Monaten standen die Zeichen noch auf Wachstum. 4,87 Milliarden US-Dollar nahm die Branche in dieser Zeit ein und steigerte sich damit um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Touristen gaben pro Kopf 911 US-Dollar aus, Im zweiten Quartal wendete sich das Blatt jedoch. Nach Angaben des TÜİK sanken die Ausgaben auf 719 US-Dollar ab.

Dem türkischen Tourismusministerium zufolge sei die Zahl der russischen Touristen in der ersten Hälfte dieses Jahres auf 1,45 Millionen gesunken. Zum Vergleich: 2014 waren es noch ganze zwei Millionen. Auch die Zahl der Urlauber aus Frankreich sei um 22,3 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der Italiener ging ebenfalls 19,5 Prozent zurück, so die türkische Zeitung Hürriyet.

Spitzenreiter der ausländischen Besuchergruppen seien im ersten Halbjahr 2015 mit rund zwei Millionen ganz klar Touristen aus Deutschland gewesen, gefolgt von Russland mit 1,45 Millionen und Großbritannien mit rund 950.000.

Völlig überraschend kommt diese Entwicklung allerdings nicht. Bereits im Mai befürchtete etwa die Handels- und Industriekammer von Antalya (ATSO), dass der Region im Jahr 2015 rund 1,5 Milliarden US-Dollar an Einnahmen durch die Lappen gehen könnten. Geschuldet sei diese Prognose dem rapiden Rückgang der Besucherzahlen von mehr als zehn Prozent (mehr hier).

Sorge um die anstehende Urlaubssaison gab es in Regierungskreisen überdies bereits Anfang des Jahres (mehr hier).

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