Claudia Roth: Türkische Angriffe destabilisieren den Nordirak

Die Grünen-Abgeordnete Claudia Roth hat die Türkei zur sofortigen Einstellung ihrer Bombenangriffe auf die Kurdische Arbeiterpartei (PKK) im Irak aufgerufen. «Sie destabilisieren den Nordirak, die noch stabilste Region im Krisengebiet, und scheinen sich jetzt auch auf kurdische Gebiete in Syrien auszuweiten», erklärte Roth am Sonntag.

«Aber auch die PKK muss umgehend und ohne jedes Wenn und Aber auf jede Form der Gewalt und auf Anschläge in der Türkei verzichten», sagte sie. (Foto: Flickr/ Claudia Roth by BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN CC BY 2.0)

«Aber auch die PKK muss umgehend und ohne jedes Wenn und Aber auf jede Form der Gewalt und auf Anschläge in der Türkei verzichten», sagte sie. (Foto: Flickr/ Claudia Roth by BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN CC BY 2.0)

Dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan warf Roth vor, mit Luftangriffen auf die PKK in den türkisch-kurdischen Gebieten zudem Jugendliche in die Radikalisierung zu treiben. Erdogan eskaliere im Cäsarenwahn den Konflikt, um die Kurden in der gesamten Großregion zu schwächen. «Aber auch die PKK muss umgehend und ohne jedes Wenn und Aber auf jede Form der Gewalt und auf Anschläge in der Türkei verzichten», sagte sie.

Die türkischen Streitkräfte haben nach eigenen Angaben im Nordirak keine von Zivilisten besiedelten Gebiete bombardiert. Bei dem Luftangriff am Samstag, bei dem Berichten zufolge acht Zivilisten starben, sei lediglich Logistik der verbotenen Kurdischen Arbeiterpartei PKK beschossen worden, erklärten die Streitkräfte am Sonntag. Es sei auch kein Dorf angegriffen worden.

Anwohner hatten der Deutschen Presse-Agentur berichtet, dass bei dem Bombardement am Samstag mindestens acht Zivilisten getötet worden seien. Zudem seien sieben Menschen verletzt worden. Das türkische Außenministerium kündigte am selben Tag Ermittlungen an und erklärte, es werde alles unternommen, um bei Luftangriffen zivile Opfer zu vermeiden.

Vergangene Woche hatte die Türkei einen ausgedehnten Luftkrieg gegen die PKK begonnen und unter anderem das Hauptquartier der Organisation in den nordirakischen Kandil-Bergen beschossen. Den Friedensprozess mit der PKK hatte Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am vergangenen Dienstag vorerst beendet.

Die PKK hat mehrfach Sicherheitskräfte in der Türkei angegriffen. Am Sonntag wurden bei zwei separaten Anschlägen in der Osttürkei zwei Gendarmen und ein Soldat getötet.

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