Türkei: Nur 4,4 Millionen Arbeitnehmerinnen sind registriert

Nur 4,4 Millionen der 8,1 Millionen erwerbstätigen Frauen in der Türkei sind registriert. Dieser Wert ist niedriger als die Bevölkerung der drittgrößten Stadt des Landes. Insgesamt haben überhaupt nur drei von zehn Frauen einen Job.

Bremst die türkische Gesellschaft Frauen nach wie vor aus? (Foto: Flickr/ HA1-000369 by We have moved! Please visit /highwaysengland CC BY 2.0)

Bremst die türkische Gesellschaft Frauen nach wie vor aus? (Foto: Flickr/ HA1-000369 by We have moved! Please visit /highwaysengland CC BY 2.0)

Der türkische Unternehmerinnen-Verband KAGİDER weist aktuell auf eine Schieflage auf dem türkischen Arbeitsmarkt hin. Wie die Präsidentin, Sanem Oktar, herausstellt, seien 3,7 Millionen von insgesamt 8,1 Millionen berufstätigen Frauen nicht offiziell registriert. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass gerade mal etwas mehr als die Hälfte der Frauen, nämlich 4,4 Millionen, erfasst seien. Die Gesamtanzahl der nicht registrierten Frauen sei damit nur etwas niedrieger als die Bevölkerung der Ägäis-Provinz İzmir.

Die Beschäftigungsrate innerhalb der türkischen Bevölkerung über 15 Jahren liegt nach Angaben des türkischen Statistikamtes TÜİK bei 46,2 Prozent. Der Anteil der männlichen Beschäftigten liegt demnach bei 65 Prozent und der der weiblichen Beschäftigten betrug 27,8 Prozent. Während sieben von zehn arbeitsfähigen Männern einen Job haben, sinkt diese Zahl auf drei von zehn bei den Frauen“, zitiert die türkische Zeitung Hürriyet Oktar. „Mehr als die Hälfte der 8,1 Millionen Frauen mit einem Job arbeiten in nicht registrierten Verhältnissen.“ 

Und wie schlagen sich die Damen in Sachen Selbstständigkeit? Die Zahl der Unternehmerinnen liegt in der Türkei bei rund 110.000. Das seien acht Prozent der Gesamtanzahl der türkischen Unternehmer, so das Blatt weiter. Und auch mit diesem Wert hinkt die Türkei hinterher, so Oktar. „Mehrere globale Studien haben gezeigt, dass es einen Anstieg der Zahl der Frauen gibt, die ein Unternehmen gründen, aber die steigende Tendenz in der Türkei ist hinter dem weltweiten Durchschnitt zurückgeblieben.“

Warum das so ist, will Oktar ebenfalls identifiziert haben. Ihr zufolge sei eine nach wie vor herrschende patriarchalische Denkweise in der türkischen Gesellschaft das größte Hindernis für die volle Verwirklichung der Frauen und ihre Potentiale als Unternehmerinnen.

Dem TÜİK zufolge würden 31,5 Prozent der erwerbstätigen Frauen, als „unbezahlte Familienarbeiter betrachtet, und nur 11,9 Prozent als „Arbeitgeber.

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