Eurobarometer: Türkisches Ja zur EU wächst wieder

Eine aktuelle von der EU geförderte Meinungsumfrage zeigt, welch ambivalentes Verhältnis die Türken zur EU haben. Wie der jüngste Eurobarometer zeigt, glauben 40 Prozent Türken, dass eine EU-Mitgliedschaft „schlecht“ für ihre Heimat ist. Auf der anderen Seite sind aber 55 Prozent davon überzeugt, dass die Türkei davon profitieren könnte.

Gespaltene Türkei: Während 40 Prozent der Befragten angaben, eine EU-Mitgliedschaft der Türkei wäre „schlecht“, waren 33 Prozent der Meinung, dass die Mitgliedschaft „gut“ sei. (Foto: Flickr/ Istanbul by Moyan Brenn CC BY 2.0)

Gespaltene Türkei: Während 40 Prozent der Befragten angaben, eine EU-Mitgliedschaft der Türkei wäre „schlecht“, waren 33 Prozent der Meinung, dass die Mitgliedschaft „gut“ sei. (Foto: Flickr/ Istanbul by Moyan Brenn CC BY 2.0)

Die Ablehnung der Türken gegenüber der Europäischen Union scheint etwas zu schwinden. Im vergangenen halben Jahr entwickelte sich ihre Stimmung in puncto EU-Betritt wohlwollend. Dennoch scheint die Frage das Land nach wie vor zu spalten.

„Die Zahl der Bürgerinnen und Bürger, die ein positives Bild von der Europäischen Union haben und ihr vertrauen, hat seit letztem November zugenommen“, heißt es aktuell aus Brüssel zum jüngsten Eurobarometer. Die Zahl der Europäerinnen und Europäer, die ein positives Bild von der EU hätten, sei von 39 % im November 2014 auf 41 % im Mai 2015 gestiegen, 38 % hätten ein neutrales und lediglich 19 % ein negatives Bild, gegenüber 22 % im November 2014 und 25 % im Juni 2014. Zudem sei auch der Anteil derjenigen, die Vertrauen in die Europäische Union hätten, auf 40 % gestiegen. Immerhin 3 Prozentpunkte mehr als im November 2014 und 9 Prozentpunkte mehr als nach den Wahlen zum Europäischen Parlament im Jahr 2014. Im Schnitt hätte außerdem das Vertrauen in die nationalen Regierungen leicht zugenommen (31 %, +2 Punkte).

In der Türkei wurden die Teilnehmern unter anderem gefragt, ob für sie ein EU-Mitgliedschaft der Türkei „eine gute Sache“, eine „schlechte Sache“ oder „weder gut noch schlecht“ sei, so die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Während 40 Prozent der Befragten angaben, eine EU-Mitgliedschaft der Türkei wäre „schlecht“, waren 33 Prozent der Meinung, dass die Mitgliedschaft „gut“ sei. Das bedeute einen fünfprozentigen Anstieg im Vergleich zum Eurobarometer-Ergebniss vor sechs Monaten. Im Februar 2015 konnten das nur 28 Prozent unterschreiben. 39 Prozent sahen damals eine EU-Mitgliedschaft als „schlecht“ an.

55 Prozent der Befragten gaben überdies an, dass die Türkei von einem EU-Beitritt profitieren würde. In dieser Sache ließe sich sogar ein 19-prozentiger Zuwachs verzeichnen, so die Agentur weiter. Allerdings äußerten sich hier auch 36 Prozent negativ und gaben an, dass sie hier keinen Zugewinn erkennen könnten.

Die Standard-Eurobarometer-Umfrage vom Frühjahr 2015 ist die zweite EU-weite Meinungsbefragung seit dem Amtsantritt der Juncker-Kommission am 1. November 2014. Sie wurde vom 16. bis zum 27. Mai 2015 in Direktinterviews durchgeführt. Insgesamt wurden 31.868 Personen in allen EU-Mitgliedstaaten sowie den Kandidatenländern befragt.

Hier geht es zu den ersten Ergebnissen und hier zur türkischen Auswertung.

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