Türkei kündigt Ausweitung des Kampfes gegen den IS an

Die Türkei und die USA wollen offenbar ihre Militäroperationen gegen den IS auf die gesamte Region ausweiten. Der türkische Außenminister kündigte am Mittwoch eine „umfangreiche Schlacht“ gegen die IS-Miliz an. Die USA stationieren in der Türkei Drohnen und Kampfjets.

Der türkische Außenminister Mevlüt Çavuşoğlu hat eine Ausweitung des Kampfes gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) angekündigt. Die USA seien dabei, Flugzeuge in die Türkei zu verlegen, sagte Çavuşoğlu der Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch nach einem Treffen mit seinem US-Amtskollegen John Kerry in Kuala Lumpur. «Und bald werden wir alle gemeinsam mit dem umfangreichen Kampf gegen Daesch beginnen.» Der IS wird auf Arabisch Daesch genannt.

Nach zähen Verhandlungen hatte die Türkei den USA kürzlich die Nutzung des Luftwaffenstützpunktes İncirlik erlaubt. Damit verkürzen sich die Flugzeiten der US-Kampfjets, die IS-Ziele in Syrien angreifen, künftig deutlich.

Nach einem dem IS zugeschriebenen schweren Anschlag im südtürkischen Suruç am 20. Juli hatte die türkische Luftwaffe erstmals Angriffe auf die Terrormiliz in Syrien geflogen. Deutlich häufiger griffen türkische Kampfflugzeuge seitdem allerdings Stellungen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK an. Die PKK verschärfte ihrerseits ihre Attacken auf türkische Sicherheitskräfte.

Kritiker werfen der Türkei vor, unter dem Deckmantel des Kampfs gegen den IS vor allem gegen die PKK vorzugehen. Der syrische Ableger der PKK – die kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) – kämpft in Nordsyrien gegen den IS.

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