Türkei: Brautpaar feiert seine Hochzeit mit 4.000 Flüchtlingen

Eine Hochzeit im südostanatolischen Kilis fiel kürzlich ganz anders aus, als es für eine türkische Feier üblich ist. Statt eine rauschende Party mit Familie und Freunden zu feiern, gab es ein Festessen für Tausende syrische Flüchtlinge. Das Bild der Frischvermählten beim Verteilen geht gerade um die Welt.

Sie sind festlich gekleidet. Die Braut in edler weißer Robe mit goldenem Schmuck, der Bräutigam im eleganten schwarz-weißen Anzug. Alles scheint wie auf einer typisch türkischen Hochzeit. Doch das Paar hat nicht etwa an einer langen Tafel Platz genommen. Sie stehen hinter einem Tresen und geben Essen an syrische Flüchtlinge aus.

Die Szene hat sich am vergangenen Donnerstag in der von vielen Flüchtlingen angesteuerten Grenzstadt zugetragen. Das Bild des Brautpaares Fethullah Üzümcüoglu und Esra Polat kursiert mittlerweile intensiv in den sozialen Medien – und wird gefeiert als außergewöhnlicher Akt der Barmherzigkeit.

Angestoßen wurde das Ganze von der türkischen Hilfsorganisation Kimse Yok Mu. Diese hatte zwei Fotos geschossen und auf Twitter veröffentlicht:

Über Facebook und Instagramm verbreitete sich die Geschichte anschließend rasant.

Auch in Deutschland bleibt die Aktion nicht unbeachtet. Die beiden Jungvermählten investierten offenbar ihre Familienersparnisse, um wenigstens ein klein wenig für die Flüchtlinge aus dem benachbarten Krisengebiet zu tun.

„Die Idee dazu hatte der Vater des Bräutigams, Ali Üzümcüoglu, der ein aktiver Freiwilliger ist (…) Üzümcüoglu war der Meinung, dass ein großes Familienbankett völlig überflüssig sei, wenn die Menschen von nebenan hungern müssten. Er teilte seinem Sohn diese Gedanken mit, und Fethullah Üzümcüoglu stimmte seinem Vater zu“, berichtet etwa die Welt, die sich auf eine Sprecherin der Hilfsorganisation beruft. Die Braut sei übrigens zunächst irritiert gewesen. Am Ende habe sie sich jedoch überzeugen lassen und die Aktion als wunderbare Erfahrung empfunden.

„Wir dachten, solch einen wundervollen Tag wie den unserer Hochzeit sollten wir gemeinsam mit unseren syrischen Brüdern und Schwestern teilen. Und dann dachten wir, dass wir das wohl am besten mit Kimse Yok Mu umsetzen könnten, die uns einen Truck dafür zur Verfügung stellten“, zitiert das Blatt das frischvermählte Ehepaar.

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