Bewaffneter Angriff auf drei Hotels in Mali

Unbekannte haben in der Stadt Sévaré im Osten von Mali drei Hotels mit Maschinengewehren angegriffen und sich offenbar in den Gebäuden verschanzt. Ob es Tote gegeben hat oder die meisten Hotelgäste entkommen konnten, war zunächst unklar.

In den betroffenen Hotels Debo, Motel und Flandres hätten sich zum Zeitpunkt der Attacke auch Ausländer befunden, darunter Franzosen und Südafrikaner, sagten Augenzeugen und ein Militärsprecher, der anonym bleiben wollte. Die Gebäude seien von Soldaten umstellt worden.

Beobachter vermuten, dass in Mali operierende Islamisten für die Tat verantwortlich sein könnten, so die dpa. Sévaré liegt ganz in der Nähe der historischen Stadt Mopti, die bis zum Militärputsch in Mali im März 2012 und der darauffolgenden blutigen Gewalt im Norden des Landes ein beliebtes Touristenziel war. Der Standard berichtet mittlerweile von mindestens einem Toten. Die Angreifer sollen versucht haben, westliche Ausländer zu entführen. Dies soll allerdings nicht geglückt sein.

Erst am Donnerstag wurde bekannt, dass die Bundeswehr ihren Einsatz im westafrikanischen Mali möglicherweise ausweiten werde, so n-tv. Die Nachrichtenseite beruft sich auf einen Bericht des verteidigungspolitischen Blogs „Augen geradeaus!, wonach die Bundesregierung die Entsendung von Soldaten in den Norden des Landes im Rahmen der UN-Mission Minusma prüfe.

Die Bundeswehr habe erst in der vergangenen Woche das Kommando über die EU-Ausbildungsmission im relativ sicheren Süden Malis übernommen. Daran seien 170 Bundeswehrsoldaten beteiligt, heißt es weiter. An Minusma würden dagegen derzeit nur sieben deutsche Soldaten im Hauptquartier in der Hauptstadt Bamako teilnehmen.

Der Einsatz der insgesamt 10.000 Blauhelmsoldaten im Norden des Landes sei deutlich gefährlicher als die Ausbildungsmission im Süden. Im Norden komme es immer wieder zu Angriffen und Anschlägen von Rebellen.

Erst vor kurzem wurden erneut elf Soldaten in einem Militärlager 140 Kilometer östlich von Timbuktu getötet, wie die Deutsche Welle berichtet. Bewaffnete Kämpfer hätten mit den Rufen „Allah ist groß“ das Feuer eröffnet. Zu den Angriffen habe sich die Dschihadistengruppe Al-Kaida im Islamischen Maghreb (Aqmi) bekannt.

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