ARD: Bürger beschwert sich über Türkei-Berichterstattung, Journalisten lachen ihn aus

Der ARD-Presseclub führt eine Gesprächsrunde mit dem Titel „Unberechenbare Türkei – wie Europas Partner zur Gefahr wird“ durch. Ein Zuschauer weist die Runde daruf hin, dass die Türkei keinen Krieg gegen die Kurden, sondern gegen die PKK führt und beschwert sich über die „falsche Berichterstattung“ in Deutschland. Als zwei Journalisten dem Mann antworten sollen, belustigen sie sich über den Zuschauer, statt ihm zu antworten.

Die deutschen Journalisten Rainer Hermann und Özlem Topcu lachen einen Zuschauer aus, der ihnen den Unterschied zwischen der PKK und dem kurdischen Volk erklären will. (Screenshot)

Die deutschen Journalisten Rainer Hermann und Özlem Topcu lachen einen Zuschauer aus, der ihnen den Unterschied zwischen der PKK und dem kurdischen Volk erklären will. (Screenshot)

Auf dem Fernsehsender Phoenix fand am vergangenen Wochenende eine Talkrunde des ARD-Presseclubs unter dem Titel „Unberechenbare Türkei – wie Europas Partner zur Gefahr wird“ statt. Alleine schon der Titel gab die ideologische Gesprächsrichtung der Runde an.

Ein Zuschauer meldete sich per Telefonanruf zu Wort und sagte: „Ich möchte kurz ihre Internetseite vom Presseclub zitieren: ,Doch die Kehrtwende kam diese Woche abrupt. Nach Luftangriffen des türkischen Militärs auf die PKK, war der mühsam begonnene Friedensprozess passe´. Das ist falsch. Die Kehrtwende kam mit der Ermordung der zwei türkischen Polizisten im Schlaf. Das ist eines von vielen tausenden bewussten falschen Aussagen von europäischen und deutschen Medien. Genauso wie die Aussage ,Krieg gegen Kurden´. Die Türkei führt keinen Krieg gegen die Kurden, sondern gegen die PKK – eine Terror-Organisation. Und die PKK ist definitiv keine Arbeiterpartei. Oder kennen sie eine Arbeiterpartei mit Kalaschnikows in der Hand, welche sich mit Drogenhandel, Menschenhandel, Waffenhandel und Erpressung finanziert?“

Die Phoenix-Moderatorin sagte, dass dies eine „deutliche Aussage“ sei und fragte in Richtung der Journalistin Özlem Topcu, ob sie sich dazu äußern möchte. Topcu amüsierte sich über die Aussage des Zuschauers und grinste und der FAZ-Journalist Rainer Hermann stand ihr mit einem abfälligen Lächeln bei. Unverständlich blieb, was so lachhaft an der Frage des Zuschauers gewesen ist.

Kurzum: Die Aussage des Zuschauers wurde von den Meinungsführern in Deutschland nicht ernst genommen. Oder sie wichen der Frage bewusst aus, weil sie keine Antworten hatten. Dabei sollten sich insbesondere Personen mit Kritik und Selbstkritik auseinandersetzen, die dazu berufen sind, kritisch zu denken und Sachverhalte zu hinterfragen. Vielleicht hätten die beiden Gesprächsteilnehmer den Zuschauer sogar besänftigen können, wenn sie auf seine Frage eingegangen wären.

Währenddessen finden seit Tagen bundesweit Demonstrationen gegen die Türkei statt. Die Demonstrationen werden insbesondere von den Linken und den Grünen unterstützt. So fand in Göttingen eine PKK-Demonstration statt, an der die Antifa teilnahm.

Die europäischen Grünen wehren sich dagegen, den IS mit der PKK gleichzusetzen. Die außenpolitische Sprecherin der Grünen in Österreich, Tanja Windbüchler, meldet in einer Mitteilung: „Dass die NATO mit keinem einzigen Wort die Angriffe auf die Kurden erwähnt, ist inakzeptabel. Erdogans Gleichsetzung der PKK mit der IS ist ein gefährliches Spiel, das die zukünftige demokratische und friedvolle Entwicklung in der Türkei stark gefährdet .“

Zu den Öffentlich-Rechtlichen:

Der Sender Phoenix wird genauso wie alle anderen öffentlich-rechtlichen Sender über die Rundfunkbeiträge von Muslimen und Nicht-Muslimen in Deutschland zwangsfinanziert. Diese Art von Sendungen können nur durchgeführt werden, weil die Bürger monatlich ihre Rundfunkbeiträge leisten. Beschwerden gegen die ARD aufgrund „tendenziöser“, „mangelhafter“ und einseitiger Berichterstattung können beim ARD-Programmbeirat eingereicht werden:

Frau Mechthild Weißer (Leiterin der Geschäftsstelle)
ARD-Programmbeirat
Arnulfstr. 42
80335 München

Bei Fragen oder Anmerkungen zum Programm des Ersten Deutschen Fernsehens wenden Sie sich bitte an die Zuschauerredaktion: 089/5900 23344, heißt es auf der Webseite der ARD.

Beschwerden über Zeitungsartikel, die mit falschen und/oder bewusst tendenziösen Informationen gefüllt sind, können per Online-Beschwerdeformular beim Deutschen Presserat eingehen.

Online-Beschwerdeformular – Hier.

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