HDP-Chef: «Die PKK muss sofort ihren Finger vom Abzug nehmen»

Der Co-Vorsitzende der pro-kurdischen Partei HDP hat die türkische Regierung und die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK zu einem sofortigen Ende der Gewalt aufgerufen. «Die PKK muss sofort ihren Finger vom Abzug nehmen», sagte Selahattin Demirtas nach Angaben der Nachrichtenagentur DHA am Samstag in der osttürkischen Stadt Van.

Nach Ansicht von Selahattin Demirtas ist genug Blut vergossen worden. (Fotot: Flickr/ President of HDP Selahattin Demirtas by Julia Buzaud CC BY 2.0)

Nach Ansicht von Selahattin Demirtas ist genug Blut vergossen worden. (Fotot: Flickr/ President of HDP Selahattin Demirtas by Julia Buzaud CC BY 2.0)

Die Organisation müsse sich wieder an den Waffenstillstand halten. Zugleich müsse die Regierung ihre militärischen Operationen gegen die PKK beenden und sich zu Verhandlungen bereiterklären, so die Nachrichtenagentur DHA. «Die gesamte Gesellschaft erwartet das.»

Demirtas besuchte anschließend in der südosttürkischen Provinz Sirnak die Angehörigen eines Soldaten, der am vergangenen Dienstag von PKK-Kämpfern getötet worden war. Erst am Freitag wurden bei erneuten Zusammenstößen zwischen der Polizei und PKK-Anhängern im Osten und Südosten der Türkei mindestens sechs Menschen getötet.

Der Konflikt in der Türkei eskaliert seit vergangenem Monat, so die dpa. Die PKK greift beinahe täglich Sicherheitskräfte an. Die türkische Luftwaffe hat zahlreiche Angriffe auf PKK-Stellungen geflogen.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) warnte vor einer weiteren Eskalation der Gewalt. «Es wäre fatal für die Türkei und für die Region, wenn über die regionalen Konflikte des Mittleren Ostens der innerstaatliche Friedensprozess mit den Kurden jetzt gegen die Wand fahren würde», sagte er der «Rheinischen Post» (Samstag).

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