Kämpfer für Demokratie und Gerechtigkeit: Türkischer Maler Fikret Otyam stirbt mit 89 Jahren

Der türkische Maler, Journalist und Autor Fikret Otyam ist tot. Er verstarb am Sonntag 89-jährig in der südtürkischen Provinz Antalya. Auch in Deutschland wurde er hoch geschätzt.

Wie die türkischen Medien berichten, soll Fikret Otyam bereits im vergangenen Januar wegen Nierenversagens in ein Krankenhaus eingeliefert worden sein. Seine Witwe Filiz sagte, dass der renommierte Künstler an diesem Montag in Antalya begraben werde. Die Trauerfeier finde dem Wunsch des Verstorbenen gemäß im Hacı Bektaş Veli Cemevi statt, zu welchem Fikret Otyam den Grundstein legte.

Filiz zufolge habe der Verstorbene bis zur letzten Minute gekämpft. Er habe Herzinfarkte gehabt und sei immer wieder auf der Intensivstation gelegen. Zwar sei er in den vergangenen Monate nicht in der Lage gewesen zu arbeiten, doch erst vor drei Tagen hätten sie Pläne geschmiedet, seine Staffelei und Farben an sein Krankenbett zu bringen, so die türkische Zeitung Hürriyet. Auch Pläne für ein neues Buch über Südostanatolien hätte es gegeben.

Fikret Otyam war preisgekrönt. Er gewann neun Auszeichnungen gewonnen – darunter eine von der UNESCO zugehörigen International Association of Art. Daneben schrieb er im Laufe seiner Karriere 20 Bücher, konzipierte fünf Fotographie-Ausstellungen und viele Gemäldeausstellungen.

Der Türkisch-Deutsche Solidaritätsverein Erlangen (TDS) ehrte den nun verstorbenen Künstler im Jahr 2006 anlässlich seines 25-jährigen Jubiläum mit einer Foto-Ausstellung. Unter dem Titel „Frauen ohne Namen“ wurden Werke von ihm und seiner langjährigen Weggefährtin und Ehefrau Filiz Otyam. Die in der Stadtbibliothek ausgestellten Fotografien waren zum größten Teil Aufnahmen aus der Zeit seiner Pressetätigkeit in Ost- und Südostanatolien sowie von verschiedenen Reisen nach Kenia, Marokko, und in den Jemen.

In seiner Einladung zur Vernissage schreibt der Verein: „Der Schriftsteller, Maler, Journalist, Fotograf Fikret Otyam war und ist immer noch ein unerbittlicher Kämpfer für Gerechtigkeit und Demokratie in seinem Land. Als man in den 40`er Jahren sein Talent zum Malen entdeckte, führte ihn sein Weg an die Staatskunstakademie in Istanbul.“

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