PKK-Führer Bayik warnt Türkei vor Spaltung der Anti-IS-Koalition

Der Anti-IS-Koalition droht nach Ansicht der Terrororganisation PKK das Aus, falls die Türkei ihre Luftangriffe gegen PKK-Stellungen im Nordirak weiterführen sollte. Wenn die Vereinigten Staaten jetzt wegschauten, wenn PKK-Einheiten schwere Schläge erleiden würden, wie könne da der Kampf gegen den IS noch erfolgreich sein, warnt der operative PKK-Führer Cemil Bayik.

Bayik betonte, dass die PKK keinen "unabhängigen kurdischen Nationalstaat" auf syrischem Boden errichten wolle. (Screenshot Tagesschau)

Bayik betonte, dass die PKK keinen „unabhängigen kurdischen Nationalstaat“ auf syrischem Boden errichten wolle. (Screenshot Tagesschau)

«Wir kämpfen alle an der gleichen Front gegen den IS», sagte der operative PKK-Führer Cemil Bayik der ARD bei einem Treffen im nordirakischen Kandil-Gebirge. «Wenn die US-geführte Koalition sich jetzt aber entscheidet, auf der Seite der Türkei gegen die Kurden zu stehen, dann wird das auch eine Niederlage für die Koalition sein.»

Immerhin sei die PKK der wichtigste Unterstützer der syrischen Kurden im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gewesen und habe entscheidend dazu beigetragen, diese in Syrien zurückzudrängen. «Wenn die Vereinigten Staaten jetzt wegschauen, wenn PKK-Einheiten schwere Schläge erleiden – wie kann da der Kampf gegen den IS noch erfolgreich sein?», fragte Bayik. Nur wenn die Kurden Hilfe der Koalition bekämen, könnten der IS, die dschihadistische Al-Nusra-Front und andere Gruppen geschwächt werden.

Zugleich bestritt der PKK-Mitbegründer Angaben der staatlichen türkischen Nachrichtenagentur Anadolu, wonach im Nordirak bislang 390 Mitglieder der kurdischen Arbeiterpartei durch türkische Luftangriffe getötet und rund 400 weitere verletzt worden seien. Insgesamt seien nur sieben PKK-Kämpfer ums Leben gekommen und neun verletzt worden, sagte Bayik. Allerdings sei die Zahl der getöteten Zivilisten erheblich. Zur Gesamtzahl der Opfer machte er keine Angaben.

Dass die Türkei der Anti-IS-Koalition beigetreten sei, habe hauptsächlich einen Grund: Sie wolle in Syrien eine Pufferzone zwischen der Grenzstadt Kobane und dem viel weiter westlich im Grenzgebiet zur Türkei gelegenen Afrin einrichten, «damit die Kurden sich dort nicht zusammenschließen können».

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