Drama auf dem Meer: Türkische Küstenwache rettet 330 syrische Flüchtlinge

Die türkische Küstenwache hat an diesem Dienstag 330 syrische Flüchtlinge gerettet. Die Menschen trieben hilflos auf der Ägäis. Sie hatten versucht, über Griechenland nach Europa zu gelangen.

Nach Aussagen einiger Flüchtlinge seien sie in insgesamt acht Booten unterwegs gewesen. Darunter befanden sich Dutzende von Kindern, mindestens fünf Neugeborene, und Frauen, von denen einige sichtlich schwanger gewesen seien.

Uns wird gesagt, dass wir in Europa willkommen sind, aber die Tür wird vor unserer Nase geschlossen“, zitiert die türkische Zeitung Sabah einen 23-jährigen Flüchtling aus Damaskus. „Wir werden es jeden Tag wieder versuchen, Griechenland zu erreichen.“

Einige Flüchtlinge hätten berichtet, dass sie von bewaffneten Einheiten der griechischen Marine gestoppt worden seien. Diese hätten ihnen befohlen, den Treibstoff abzulassen, sodass sie im Meer umhertrieben. Nikolaos Lagadianos, ein Sprecher der griechischen Küstenwache, wies diese Vorwürfe entschieden zurück.

Das krisengebeutelte Griechenland hat es derzeit mit einem dramatischen Anstieg der Zahl von Menschen auf der Flucht zu tun. Wie das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen angibt, seien allein diesem Jahr  124.000 auf dem Seeweg eingetroffen. Die meisten versuchen vom nahe gelegenen türkischen Festland zu den griechischen Inseln in der Ägäis zu gelangen. In der Türkei selbst befinden sich derzeit mehr als 1,8 Millionen syrische Flüchtlinge.

Ein Offizier der türkischen Küstenwache der Küstenstadt Çesme gab an, dass seine Mannschaft allein in der vergangenen Woche 700 Menschen gerettet habe. Das sei ein neuer Rekord. „Es handelt sich um eine verhängnisvolle Zunahme, und wir haben nicht die Ressourcen, um ihre Bedürfnisse zu erfüllen“, sagte der Offizier.

Die meisten Menschen sind Flüchtlinge aus Syrien, andere versuchen der Not und Gewalt in Afghanistan, Irak und Iran zu entkommen.

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