Deutschland: Niedrigste Jugendarbeitslosigkeit in der EU

Im vergangenen Jahr waren in Deutschland etwa 330.000 junge Menschen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren erwerbslos. Ein Blick auf die anderen EU-Staaten zeigt, dass der Schnitt der jugendlichen Erwerbslosen deutlich höher ausfiel. Immerhin fast ein Drittel der unter 16-Jährigen in der EU ist zudem von Ausgrenzung durch bedroht.

Die europäische Jugend hat es nicht einfach. Doch statistisch gesehen, geht es der Jugend in Deutschland deutlich besser als in den meisten anderen EU-Ländern. (Foto: Flickr/ we both know i'm too young for you by erin leigh mcconnell CC BY 2.0)

Die europäische Jugend hat es nicht einfach. Doch statistisch gesehen, geht es der Jugend in Deutschland deutlich besser als in den meisten anderen EU-Ländern. (Foto: Flickr/ we both know i’m too young for you by erin leigh mcconnell CC BY 2.0)

Deutschland hatte 2014 mit 7,7 Prozent die mit Abstand niedrigste Jugenderwerbslosenquote der ganzen EU. In Österreich lag die Erwerbslosenquote bei 10,3 Prozent. Im Schnitt lag diese in der EU bei den jungen Menschen zwischen 15 und 24 Jahren bei 22,2 Prozent. Die höchste Jugendarbeitslosigkeit wiesen dabei vor allem Spanien und Griechenland mit 53,2 und 52,4 Prozent auf, so das Statistische Bundesamt. Die Erwerbslosenquote berechnet sich als der Anteil der Erwerbslosen an den Erwerbspersonen, das heißt der Summe von Erwerbstätigen und Erwerbslosen.

In den vergangenen zehn Jahren ist die Erwerbslosenquote unter den jungen Menschen in Deutschland um 50 Prozent gesunken. Zu den nicht erwerbstätigen Personen gehören neben den Erwerbslosen aber auch Personen ohne Beschäftigung, die in den letzten vier Wochen vor der Befragung nicht aktiv nach einer Tätigkeit gesucht haben oder nicht kurzfristig für die Aufnahme einer Tätigkeit zur Verfügung standen. „2014 waren in Deutschland rund eine halbe Million Jugendliche im Alter von 15 bis 24 Jahren weder erwerbstätig noch in Bildung oder Weiterbildung.“ Diesbezüglich liegt Deutschland hinter den Niederlanden, Dänemark und Luxemburg. „Italien wies 2014 mit 22,1 % den EU-weit höchsten Anteil junger Menschen auf, die weder erwerbstätig sind noch an Bildung oder Weiterbildung teilnehmen. Bulgarien (20,2 %), Kroatien (19,3 %) und Griechenland (19,1 %) erreichten mit Anteilen um die 20-Prozent-Marke ähnlich hohe Anteile wie Italien.“

Die Jugendarbeitslosigkeit bleibt demnach weiterhin ein großes Problem in der EU. Zumal schon die Verhältnisse, in denen viele Kinder und Jugendliche im Alter von unter 16 Jahren aufwachsen in vielen Ländern alles andere als erstrebenswert sind. Mit „nur“ 12,8 Prozent der unter 16-Jährigen ist Finnland das Land mit dem geringsten Anteil an Kindern und Jugendlichen, die von Ausgrenzung durch Armut bedroht sind. Der EU-Schnitt liegt hier bei 27,3 Prozent. 2014 zählte die EU 79 Millionen Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren und 89 Millionen junge Menschen im Alter zwischen 15 und 29 Jahren, wie Daten der EU-Kommission zeigen.

Andererseits ist die allgemeine Lebenszufriedenheit in Deutschland kaum höher als der EU-Durschnitt. Nur 25 Prozent der Deutschen sind sehr zufrieden. Bei der Frage nach der Zufriedenheit mit der finanziellen Situation geben sogar mehr als ein Drittel der Deutschen an, nicht zufrieden zu sein – trotzdem das mediane Jahresäquivalenzeinkommen nette mit 19.582 über dem EU-Schnitt liegt.

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