„Grüner Dschihad“: Muslime im Senegal rufen zum Kampf gegen Umweltverschmutzung auf

Muslimische Persönlichkeiten im Senegal haben zu einem so genannten „Grünen Dschihad“ aufgerufen. Hintergrund ihres Anliegens ist die steigende Luftverschmutzung im westafrikanischen Staat. Diese müsse ihrer Ansicht nach schon aus religiösen Gründen bekämpft werden.

Es ist ein Gebot des Islams, die eigene Umgebung zu schützen. (Foto: Flickr/ gun turret by Jeff Attaway CC BY 2.0)

Es ist ein Gebot des Islams, die eigene Umgebung zu schützen. (Foto: Flickr/ gun turret by Jeff Attaway CC BY 2.0)

Nach Ansicht von Imam Youssoupha Sarr ist der Fall klar. Der Islam verurteilt jede Form von Verschmutzung oder Aggression gegenüber der Umwelt als eine Sünde und verbietet diese. Im Fall des Senegals ist es für ihn nun an der Zeit, die Menschen erneut genau daran zu erinnern.

In seiner Moschee bittet er die Besucher darum, sich Problemen wie der Müllkrise und der verdreckten Straßen, Flüsse und Meeresküsten des Landes anzunehmen. Doch das scheint erst der Anfang: Das ist nicht nur ein lokales Problem, es ist ein globales Thema. Eines, das die muslimische Welt ignoriert“, zitiert das Nachrichtenportal Worldbulletin den Imam.

Für muslimische Führungspersönlichkeiten wie Sarr spiegle das Problem das Versagen der Politik wider, der Situation Herr zu werden, so das Blatt weiter. Für sie stehe fest: Der Schutz der Umwelt sei eine moralische Berufung. Entsprechende Rufe nach einem „Grünen Dschihad“ gebe es, seit die Islamische Stiftung für Ökologie und Umweltwissenschaften sich auf den Entwurf einer Erklärung geeinigt habe, der bei einem Gipfel in Istanbul noch in diesem Monat abgeschlossen würde. Darin heiße es unter anderem: „Wir sind eingewoben in eine natürliche Welt. Sie ist ein Geschenke für uns, das wir genießen sollen. Doch wir haben diese Gaben derart misshandelt, dass wir es nun mit dem Klimawandel zu tun haben.“

Die Muslime im Senegal würden sich mit dieser Initiative sehr genau befassen, heißt es. Und das aus gutem Grund: Die Bewohner in der Sahelzone gehören zu den am stärksten von der globalen Erwärmung betroffenen. Die Regenfälle sind gänzlich unvorhersehbar. Die Lebensgrundlage ist in Gefahr und der Mangel an medizinischer Versorgung bedroht die Bevölkerung.

Der Islam legt allen Muslim auf, die Umgebung, in der sie leben, zu schützen und sie frei von Krankheiten zu halten, die Einzelpersonen und der Gemeinschaft schaden.
Im Senegal sind fast 94 Prozent der Bevölkerung Muslime. Insgesamt gibt es 13 Millionen Einwohner. Christen machen nur etwa fünf Prozent aus. Die übrigen Bewohner sind Anhänger von Naturreligionen.

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