Türkei: Koalitionsgespräche sind gescheitert

Koalitionsverhandlungen zwischen der türkischen Regierungspartei AKP und der größten Oppositionspartei, der CHP, sind offenbar gescheitert. Wie ein Vertreter der CHP verlauten ließ, gingen die Gespräche an diesem Donnerstag negativ aus. Neuwahlen könnten nun möglicherweise schon in diesem Jahr anstehen.

Nach einem gut eineinhalbstündigen Treffen scheint es besiegelt. Wie ein CHP-Vertreter telefonisch verlauten ließ, sei das Ergebnis der Verhandlungen negativ. In Ankara hatten sich der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoğlu und CHP-Chef Kemal Kılıçdaroğlu eingefunden. Dem Meeting waren wochenlange Gespräche vorausgegangen.

Die Nachricht von den gescheiterten Koalitionsgesprächen wurde mittlerweile auch von Şero, dem Maskottchen der CHP, auf Twitter bestätigt, indem er den Start des Wahlkampfs ankündigt:

Weitere, offizielle Details habe es bislang nicht gegeben, so die türkische Zeitung Hürriyet. Es werde erwartet, dass Davutoğlu und die CHP später separat vor die Presse treten würden.

Die Chancen, dass die AKP eine Koalition mit der MHP eingehe seien „sehr gering“, soll ein führendes AKP-Mitglied der Nachrichtenagentur Reuters via Telefon erklärt haben, vorgezogene Wahlen im November seien nun sehr wahrscheinlich.

Es wird nun erwartet, dass die AKP Gespräche mit der nationalistischen Oppositionspartei MHP führen wird, berichtet das Blatt weiter. Das deutet daraufhin, dass man eine Minderheitsregierung kurzfristig unterstützen könnte, wenn das zu einer Neuwahl führen würde.

Die Lira rutschte in Anbetracht der Neuigkeiten auf ein Rekordtief von 2,81 gegenüber dem Dollar. Viele Anleger hatten mit einer großen Koalition zwischen der AKP und der CHP gehofft. Eine weitere Wahl wird nun die Unsicherheiten und Ängste verlängern.

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